Schon länger tüftelt die Industrie an einer neuen Akku-Technologie. Es heißt, dass sich die Kapazität damit verzehnfachen lässt. Aber das sind rein theoretische Werte, die sich in der Praxis nicht erreichen lassen. Aber was lässt sich erreichen? Die Frage wird beantwortet durch die ersten Smartphones, die derzeit mit den neuen Akkus auf den Markt kommen, unter anderem von Samsung. Zieht Apple nach? Das ist wahrscheinlich. Aber was genau ist neu an dieser Technologie? Kurz gesagt: neue Silizium-Karbon-Anoden erhöhen die Energiedichte von Lithium-Ionen-Akkus. Klingt kompliziert, aber unterm Strich bedeutet es mehr Energie im gleichen Volumen. In der Sendung erläutern wir, wie solche Akkus intern aufgebaut sind und warum sich dadurch eine höhere Kapazität ergibt. Kann man solche Akkus auch in Laptops einbauen? (Spielzeit: 21 Minuten.)
Nach langem Feilschen hat Apple ein paar Prozente rauf und runter verhandelt, welchen Anteil vom Umsatz die Entwickler zahlen müssen. Man kann sehr unterschiedlicher Meinung sein, wie günstig oder wie unverschämt diese Tarife sind. Aber ein wichtiges Detail wird in der Presse meist übersehen.
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Das wichtige Detail ist: Für den Mac ist die Entwicklung von eigenen Apps komplett kostenlos. Auch dann, wenn eine KI die App für den Anwender erstellt. Jeder kann sich mittlerweile seine Wunsch-App basteln lassen, ohne dafür einen Entwickler-Account bei Apple haben zu müssen, ohne eine jährliche Gebühr, ohne eine Kommission für den AppStore, ohne alles.
So funktioniert es: Man lädt Xcode kostenlos bei Apple, dann lässt man eine KI die App entwickeln, fertig.
Die meisten Leute denken, man bräuchte einen teuren Entwickler-Account mit einer jährlichen Gebühr. Aber das stimmt nicht. Das wird erst nötig, wenn man die App im AppStore verkaufen möchte. Aber für die eigenen Zwecke ist alles kostenlos, von A bis Z.
Natürlich kann man einwenden: »Scher’ Dich endlich weg mit Deinem KI-Gequatsche!« — Darauf kann ich nur sagen, dass ich heute morgen eine App benutzt habe, und ich dachte mir, naja, es wäre doch gut, wenn die App eine neue Funktion bekäme. Und nach drei Minuten war die App geändert und ich konnte die neue Funktion benutzen. Dafür habe ich keinen Finger krumm gemacht. Es ist komplett kostenlos, außer ein paar Kröten für die KI natürlich.
Das iPhone ist »Big Business« und man hat sofort die gesamte EU an der Backe, und Gesetze, und Gebühren, und Verbote, und fünf Millionen Vorschriften im AppStore, und wahrscheinlich bekommt man einen wütenden Anruf von Donald Trump, und alles ist ganz schrecklich. — Aber beim Mac kann man einfach machen, was man selber möchte. Niemand kümmert es! Du kannst die schrägste App der Welt basteln, und keine Sau interessiert sich dafür! Denn der Mac ist tatsächlich Dein Eigentum, nicht nur ein Geldautomat für Apple. Rock’n Roll!
Eigene Apps, die man selbst gestalten und jederzeit verändern kann, werden schon bald völlig alltäglich sein.
Mehrere iCloud-Dienste sowie „Wo ist?“, Game Center und Xcode Cloud waren am 18. August zeitweise gestört. Apple untersuchte die Probleme nach eigenen Angaben.
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Auf Apples Systemstatusseite waren iCloud-Fotos, iCloud Mail, Kontakte, Kalender, iCloud.com und iWork für iCloud mit einer Störungsmeldung versehen. Auch für „Wo ist?“ und Game Center wies Apple auf Probleme hin.
Apple erklärte, dass Dienste langsam reagieren oder vorübergehend nicht verfügbar sein könnten. Die Statusmeldungen deuteten darauf hin, dass nicht sämtliche Nutzer gleichermaßen betroffen waren.
Zusätzlich verzeichnete Apples Statusseite für Entwickler eine Störung bei Xcode Cloud. Auch Apple News API und News Publisher wurden dort als beeinträchtigt aufgeführt.
Eine Ursache für die Ausfälle nannte Apple zunächst nicht. Der aktuelle Zustand der Dienste lässt sich über die allgemeinen Statusseiten von Apple und für Entwickler überprüfen.
Die nächste Fitness-Challenge der Apple Watch findet am Sonntag, den 23. August, statt: Für die National-Parks-Challenge genügt ein mindestens 20-minütiges Geh-, Lauf-, Wander- oder Rollstuhltraining.
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Für die Auszeichnung muss das Training an diesem Tag mit der Apple Watch aufgezeichnet werden. Als passende Trainingsarten gelten Gehen, Laufen, Wandern und Rollstuhlfahren.
Nach erfolgreichem Abschluss wird der digitale Award in der Fitness-App freigeschaltet. Außerdem gibt es animierte Sticker für iMessage. Zu den geplanten Motiven zählen neben der Trophäe ein Vogel, eine wandernde Person und ein Zelt.
Die jährlich wiederkehrende Challenge nimmt Bezug auf die Nationalparks in den USA. Deutsche Sportler dürfen ersatzweise auf dem Balkon trainieren.
Apples AirPods mit integrierten Kameras könnten als künftige AirPods Pro erscheinen und nicht unter dem zuvor spekulierten Namen „AirPods Ultra“. Darauf deutet eine Bezeichnung in macOS Tahoe 26.7 hin.
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Eine in macOS Tahoe 26.7 entdeckte Datei soll die neuen Ohrhörer als „AirPods Pro“ bezeichnen. Das ist kein endgültiger Beweis für den Verkaufsnamen. Weil die Software offenbar bereits Videomaterial des Produkts enthält, wirkt eine bloße Platzhalterbezeichnung jedoch weniger naheliegend.
Die Kameras sollen nicht zum Aufnehmen von Fotos oder Videos dienen. Stattdessen könnten sie visuelle Informationen an Siri liefern und so eine leichter nutzbare Form von Visual Intelligence ermöglichen. Apple hat weder ein solches Produkt noch dessen Funktionen angekündigt.
Unklar bleibt auch, auf welches interne Entwicklungsprojekt sich der Fund bezieht. In früheren Berichten waren AirPods mit dem Codenamen B798 genannt worden. Dieses Modell soll wegen Schwierigkeiten rund um Siri und KI später geplant gewesen sein. Anfang August hieß es dann, Apple könne mit einem zweiten Projekt namens B790 bereits deutlich weiter sein. Apple entwickelt intern nach diesen Berichten mehrere Varianten desselben Produkts parallel.
Bloomberg hatte im März berichtet, Apple erwäge eine Ausweitung der Bezeichnung „Ultra“, unter anderem für AirPods. Die neue Bezeichnung in macOS Tahoe 26.7 spricht nun eher dafür, dass ein Kameramodell innerhalb der bestehenden Pro-Reihe erscheinen könnte.
Das hätte auch Folgen für die Einordnung des Produkts. Die AirPods Pro 3 kosten in Deutschland seit ihrer Einführung 249 Euro. Ein Name als AirPods Pro könnte darauf hindeuten, dass Apple die Kamera-AirPods nicht als eigenständige, besonders hochpreisige Ultra-Kategorie positionieren will. Einen Preis oder einen Termin gibt es bislang nicht.
Apple will nach dem schweren Erdbeben in Indonesien die Hilfsmaßnahmen vor Ort mit einer Spende unterstützen.
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Tim Cook kündigte die Unterstützung in einem Beitrag in den sozialen Medien an. Er erklärte, Apples Gedanken seien bei den Menschen in Indonesien, und dankte den Einsatzkräften für ihre Hilfe.
Wie hoch die Spende ausfällt und an welche Organisationen das Geld gehen soll, teilte Apple nicht mit. Weitere Einzelheiten zur Unterstützung veröffentlichte Apple zunächst ebenfalls nicht.
OpenAI führt mit ChatGPT for Teens eine Version für 13- bis 17-Jährige ein, die Lernfunktionen mit standardmäßig aktivierten Schutzvorkehrungen und Elternwerkzeugen verbindet.
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ChatGPT for Teens wird für berechtigte persönliche Gratis- und Bezahlkonten automatisch aktiviert. OpenAI schätzt dafür mithilfe seiner Systeme ein, ob ein Konto einer Person unter 18 Jahren gehört. Eine unmittelbar angegebene Altersangabe kann ebenfalls zur Aktivierung führen. Wer die Einordnung für falsch hält, kann sein Alter verifizieren und die Teenager-Einstellungen entfernen lassen.
Die Einführung beginnt weltweit. Für Australien plant OpenAI die vollständige Verfügbarkeit ab dem 8. September.
Der Study Mode ist in die Teenager-Version integriert. Er soll mit Leitfragen und schrittweiser Unterstützung durch Lernstoff führen, statt fertige Antworten für Aufgaben zu liefern. Neue Hinweise bei Hausaufgaben sollen erkennen helfen, wenn jemand eine Aufgabe abkürzen möchte, und dann zum Study Mode weiterleiten.
Quizze und Lernvisualisierungen ergänzen das Angebot, sofern sie verfügbar sind. Mit Study Hours können Jugendliche oder verknüpfte Eltern Zeiträume bestimmen, in denen geeignete neue Chats standardmäßig im Study Mode starten.
Die Schutzvorkehrungen gelten für minderjährige Nutzer standardmäßig. Sie sollen die Begegnung mit potenziell schädlichen oder entwicklungsbedingt ungeeigneten Inhalten reduzieren. Dies betrifft besonders Themen wie Selbstverletzung, Suizid, Essstörungen und sexuelle Inhalte. ChatGPT soll zudem nicht vorgeben, ein Bewusstsein oder Gefühle zu haben.
Zusätzliche Hinweise warnen Teenager davor, private oder sensible Bilder hochzuladen. Beim Einstieg werden die Lern- und Sicherheitsfunktionen erläutert. Akzentfarben und Stimmvarianten lassen sich anpassen, ohne die Rolle von ChatGPT als Software zu verwischen.
ChatGPT for Teens baut auf den Familienfunktionen von OpenAI auf. Eltern können bei verknüpften Konten Ruhezeiten einrichten und ausgewählte Einstellungen verwalten. In begrenzten Situationen mit hohem Risiko sind Sicherheitsbenachrichtigungen vorgesehen. OpenAI erweitert diese Hinweise um Benachrichtigungen im Zusammenhang mit Essstörungen. Dabei soll nur das Nötigste weitergegeben werden, mit dem Ziel, bei Bedarf Unterstützung außerhalb der App einzubeziehen.
Apple stellt die Gebühren und Zahlungsregeln für Apps in der Europäischen Union um: Ab 1. Oktober ersetzt eine fünfprozentige Core Technology Commission die bisherige Core Technology Fee für digital bezahlte Inhalte in Apps außerhalb des App Store.
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Für Apps im App Store richtet sich die Kommission künftig nach der gewählten Zahlungsart. Bei Apples In-App-Kauf berechnet Apple grundsätzlich 26 Prozent. Teilnehmer am Small Business Program, Mini Apps Partner Program oder Video Partner Program zahlen 15 Prozent. Der Satz von 15 Prozent gilt auch für automatisch verlängernde Abonnements nach ihrem ersten Jahr.
Bei alternativer Zahlungsabwicklung innerhalb einer App im App Store beträgt die Kommission 20 Prozent. Für Entwickler in den genannten Programmen sinkt sie auf zehn Prozent. Verlinkt eine App für den Kaufabschluss auf eine Website außerhalb der App, gelten 15 Prozent beziehungsweise zehn Prozent für diese Entwicklergruppen.
Entwickler dürfen Apples In-App-Kauf künftig neben alternativen Zahlungsoptionen anbieten. Die Alternativen können in der App integriert sein oder über einen Link auf eine Website führen. Apple macht dafür Vorgaben zur Darstellung und verlangt, dass die gewählten Zahlungsoptionen für zwölf Monate beibehalten werden.
Für Apps aus alternativen App-Marktplätzen oder für den direkten Webvertrieb gilt die neue fünfprozentige Core Technology Commission. Apple erhebt sie auf digitale Transaktionen. Die frühere Core Technology Fee war als Gebühr pro Installation für Entwickler mit außergewöhnlich großer Reichweite angelegt. Zudem entfallen für diese Vertriebswege die bisherige Gebühr für die erste Nutzergewinnung und die Gebühr für Store-Dienste.
Apple lockert außerdem die Voraussetzungen für Betreiber alternativer App-Marktplätze. Als Nachweis kommen nun etwa eine ausreichende finanzielle Stabilität nach Dun & Bradstreet, eine Börsennotierung, eine Finanzierung durch ein etabliertes Investmentunternehmen, ein geprüfter Jahresabschluss oder der Status als staatliche Einrichtung, Bildungseinrichtung oder gemeinnützige Organisation infrage.
Die Notarisierung bleibt für Apps aus alternativen Marktplätzen und aus dem Web verpflichtend. Apple verweist besonders beim Webvertrieb auf die fehlende laufende Kontrolle durch einen Marktplatzbetreiber.
Für Minderjährige führt Apple zusätzliche Schutzvorgaben ein. Apps in der Kategorie „Kinder“ dürfen nicht auf Webseiten zum Abschluss von Transaktionen verlinken. Dasselbe gilt für App-Store-Apps bei Nutzern unter 13 Jahren. Apps mit alternativer Zahlungsabwicklung oder Kauf-Links müssen bei Nutzern unter 18 Jahren eine elterliche Freigabe vorsehen. In Mitgliedstaaten mit weitergehenden Vorgaben zur Zustimmung der Eltern will Apple den Schutz entsprechend anpassen.
Apple erklärt, die Anpassungen seien nach enger Abstimmung mit der Europäischen Kommission erfolgt und sollten bestehende Meinungsverschiedenheiten über Geschäftsbedingungen und alternative Verbreitung ausräumen. Die neuen Bedingungen können Entwickler sofort annehmen; sie treten am 1. Oktober in Kraft.
AirPods mit eingebauter Kamera? Kein Wunder, dass die Meinungen dazu weit auseinander gehen. Aus gutem Grund sind die Menschen skeptisch gegenüber Brillen mit eingebauten Kameras. Warum soll das bei AirPods anders sein? Doch möglicherweise steckt dahinter ein großer Durchbruch.
Sehr wahrscheinlich können die AirPods keine dauerhafte Überwachung und Aufzeichnung ihrer Umgebung leisten. Warum nicht? Aus drei Gründen:
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Erstens ist der Akku dafür viel zu klein. Der Akku der AirPods ist winzig. Dass er trotzdem für ein paar Stunden Musik ausreicht, ist ein technisches Wunder. Es benötigte Jahrzehnte an Erfahrung bei der Konstruktion von Prozessoren, um die Illusion einer kontinuierlichen Funktion zu erreichen. Tatsächlich schalten bestimmte Teile des Prozessors dauernd ab, wachen wieder auf, holen sich ein paar neue Daten, legen sich wieder schlafen und so weiter. Die Komplexität dieser Technologie ist schlicht haarsträubend. Es ist ein Husarenstück der Ingenieurskunst. Das bedeutet aber auch: Man kann nicht einfach einen fetten Video-Sensor für, sagen wir mal, eine Stunde laufen lassen, geschweige denn generell »im Hintergrund«. Allenfalls könnte man Fotos in gewissen Intervallen schießen, und selbst damit muss man sparsam sein.
Zweitens: Die AirPods werden von den Anwendern sehr unterschiedlich getragen, weil die Ohren unterschiedlich sind. Bei manchen Anwendern stakst der kleine weiße Zapfen fast horizontal in Richtung Nase; bei manchen hängt er fast vertikal nach unten Richtung Hals; bei manchen irgendwo dazwischen. Manche pausbackigen Genossen versperren den AirPods die Sicht nach vorne. — Deswegen müssen die Kameras einen extremen Rundum-Blick haben, damit sie überhaupt etwas Interessantes zu sehen bekommen. Es ist daher keine klassische Video-Kamera. Sondern es ist eher ein Sensor, der bestimmte Muster erkennen soll, etwa Texte oder meinetwegen auch Gesichter. Man darf das kritisieren, aber es ist etwas anderes als HD-Kameras, die einen aus einem Brillengestell direkt anstarren und tatsächlich klassische Videoaufnahmen erzeugen.
Drittens: Die AirPods sind so winzig, dass es sich auch auf die Kamera selbst auswirken muss. Ansonsten bräuchten die iPhones nicht so monströse Buckel auf der Rückseite. Die Linse ist winzig, damit auch die Lichtausbeute, und vor allem der Sensor. Wenn der Sensor klein ist, ist die Auflösung gering. Zusammen mit der Tatsache (oder meiner Vermutung), dass ein 180-Grad-Rundum-Bild erzeugt werden muss, bleiben für den interessanten Ausschnitt nur ein paar Pixel übrig. Das mag mit allerlei Trickserien ausreichen, um den Titel eines Buchs zu erkennen. Mehr ist nicht drin.
Wer seine Umgebung überwachen oder ausspionieren möchte, kauft sich besser eine Knopfloch-Kamera.
Und noch ein letztes Argument, um die Befürchtungen etwas zu dämpfen: Es ist ein komplett geschlossenes System. Niemand kann eine App auf die AirPods laden. Apple hat alle Möglichkeiten, um es auf die vorgesehenen Zwecke zu beschränken. Vielleicht ist es unmöglich, auch nur an ein einziges Pixel zu gelangen. Sehr wahrscheinlich werden nicht die Rohdaten gespeichert und verarbeitet (also die Pixel), sondern nur interpretierte, aggregierte Daten. Was bedeutet das? Beispielsweise gibt der Bewegungssensor keine Rohdaten aus (also jede kleine Erschütterung für jede Millisekunde), sondern er sagt nur, dass der Anwender in einem bestimmten Zeitraum zehn Schritte gegangen ist, und vielleicht noch die zeitlichen Abstände. Die Daten werden als aggregiert (zusammengefasst) und interpretiert (zehn Schritte). In gleicher Weise könnte das neue System einfach mitteilen, welcher Text extrahiert werden konnte (etwa den Titel eines Buchs), aber nicht, was sonst noch auf dem Bild zu sehen war. Das ist zwar nur Spekulation, aber das sind gängige Methoden. Es ist einfach nicht plausibel, dass Apple jeder hergelaufenen App einen Live-Videostream überlässt. Wahrscheinlich gibt Apples überhaupt nichts raus und behält alles für sich bzw. für Siri. (Was die Frage aufwirft, ob wir es in der EU überhaupt benutzen können.)
Kontext
OpenAI und Jony Ive orakeln über magische Geräte der Zukunft, die still im Hintergrund registrieren, was der Anwender tut. Das magische Gerät hört mit, vielleicht verwendet es auch eine Kamera, es verknüpft diese Daten vielleicht mit jenen, die über das Smartphone oder den Computer gesammelt werden: Chats, Mails, aktuelle Dokumente.
Dadurch kann man dann fragen: »Was hat Thomas gestern gesagt? Wann wollten wir uns treffen?«. Oder: »Sag’ Bescheid, wenn eine Mail von Robert kommt.«
Dieser Kontext (alle Informationen über den Anwender) ist entscheidend für das Wettrennen um nützliche KI-Funktionen.
Die Frage ist jedoch, wie man die Informationen am besten sammelt. Gerüchten zufolge soll OpenAI ein kleines Gerät auf den Markt bringen, das aussieht wie ein Donut, und das man in der Wohnung herumtragen soll, damit es stets alles hört (und auf Fragen antworten kann). Später soll gar ein eigenes Smartphone auf den Markt kommen, vielleicht ebenfalls mit einem dauerhaft eingeschalteten Mikrofon. Falls das jemanden empören sollte: »Hey, Siri!« funktioniert auf diese Weise. Alle modernen Smartphone und Smart-Speaker haben ihre Mikrofone dauerhaft eingeschaltet. Überraschung!
Gleichzeitig hat OpenAI in den letzten Tagen eine Funktion für die Desktop-App von ChatGPT eingeführt, die alle Aktionen des Anwenders als Text-Protokoll aufzeichnet (wenn man es einschaltet). Dadurch wird eine weitere Lücke geschlossen. Denn viele Anwender arbeiten leise am Computer und quasseln nicht nonstop in einen elektrischen Donut.
Wie reagiert Apple darauf? Die zukünftigen AirPods hören alles, sehen vieles, sind jederzeit verbunden mit dem iPhone, dadurch mit dem Internet und mit einer KI — und sie können jederzeit mit dem Anwender sprechen, denn, falls es jemand vergessen haben sollte: Es sind ja Kopfhörer.
Wer braucht dann noch den dusseligen Donut?
Die AirPods sind halbwegs erschwinglich, die Leute kaufen sie sowieso und haben sie dauernd dabei. Ob man da noch einen Grund sieht, um zusätzlich einen Donut von OpenAI herumzuschleppen?
Vielleicht zerstört Apple gerade eine Investition von OpenAI in Höhe von 6,5 Milliarden Dollar. Soviel hat es nämlich gekostet, um Jony Ive mit seinem magischen Gerät in den eigenen Hafen zu lotsen. Vielleicht zieht Tim Cook in seinen letzten Wochen noch schnell den Stöpsel raus, wer weiß? In Apples Hardware-Abteilung arbeiten bekanntlich zwei unterschiedliche Typen von Ingenieuren: Irre und Verrückte. Vielleicht hätte man das bedenken sollen?
Was kann das Ding?
Ich weiß es nicht, aber vielleicht kann man es aus vorhandenen Funktionen ableiten. Vorhanden sind Funktionen zum Extrahieren von Text aus Bildern; und das Erkennen einzelner Objekte (Apple nennt das »Visual Intelligence«). Diese Funktionen sind durch das Video in macOS Tahoe 26.7 offenbar belegt.
Was könnte man außerdem damit anstellen, vielleicht in einer späteren Version? Möglicherweise könnte man Text vorlesen lassen, was eine sehr triviale Funktion ist, aber extrem nützlich. Man könnte den Text übersetzen lassen, ebenfalls mittlerweile trivial. Der Anwender steht beispielsweise in China vor einem Restaurant und möchte die draußen aufgehängte Speisekarte lesen. Die AirPods machen kurz einen Schnappschuss, erkennen den Text, übersetzen ihn per iPhone und lesen ihn vor.
Damit das praxisgerecht ist, müsste der Anwender noch mitteilen können, was ihn interessiert. Er möchte vielleicht nicht, dass ihm die komplette Speisekarte vorgelesen wird. Vielleicht kann er mit dem Finger auf einen bestimmten Bereich zeigen.
Oder man stelle sich Verkehrsschilder vor mit arabischer Schrift.
Oder der Schornsteinfeger hängt einen Zettel an die Haustür mit dem nächsten Termin. Man sagt einfach: »Trage den Termin in meinem Kalender ein«, und das iPhone holt sich den Kontext über die AirPods.
Vielleicht kann man mit den Händen bestimmte Gesten machen, die für die Wiedergabe von Musik nützlich sind. Beispielsweise könnte man die Hand aufwärts bewegen und es wird lauter. Überhaupt scheint mir die Steuerung per Gesten ein offensichtlicher Einsatz zu sein. Die Technik klaut man sich von der Vision Pro.
Es gibt viele nützliche Dinge, die selbst eine unvollkommene und nur sporadisch eingesetzte Kamera leisten kann. Apple ist gut gerüstet dafür, die Technik im Sinne der Anwender einzusetzen.
Ein Eintrag in der Vorabversion von macOS 26.7 deutet auf eine neue Siri Remote für ein künftiges Apple TV hin. Konkrete Funktionen der Fernbedienung sind daraus nicht ersichtlich.
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In der Vorabversion macOS 26.7 wurde die Kennung „ATVRemote1,5“ entdeckt. Sie wird als Hinweis auf ein neues Modell der Apple-TV-Fernbedienung eingeordnet.
Der Fund enthält keine Informationen über die Ausstattung. Weder Design noch Tastenbelegung, technische Komponenten oder neue Bedienfunktionen gehen aus dem Code hervor. Apple hat das Gerät bislang nicht angekündigt.
Die Kennung passt zu früheren Spekulationen über ein aktualisiertes Apple TV 4K, bei dem auch eine veränderte Siri Remote im Gespräch war. Der aktuelle Code-Fund liefert jedoch weder einen Termin für die Hardware noch Details zu möglichen Neuerungen.
Eine präzisere Ortung der Fernbedienung wäre eine naheliegende Wunschfunktion, weil die kompakte Siri Remote leicht verlegt werden kann. Ob Apple dafür etwa Ultrabreitband-Technik einsetzen könnte, lässt sich aus den vorliegenden Angaben aber nicht ableiten und bleibt Spekulation.
Damit ist vorerst nur eines greifbar: Apple führt offenbar ein weiteres, noch nicht veröffentlichtes Apple-TV-Remote-Modell im Softwarecode. Alles Weitere bleibt bis zu einer offiziellen Vorstellung offen.
Neue Marktdaten deuten darauf hin, dass Apples Provisionserlöse im US-App-Store seit Jahresbeginn deutlich gesunken sind: Appfigures beziffert den Rückgang auf 18 Prozent. Zugleich räumt Apple in regulatorischen Unterlagen ein, bei Käufen über alternative Bezahlsysteme möglicherweise gar keine Provision mehr zu erhalten.
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Die Entwicklung fällt in eine Phase, in der externe Zahlungswege in mehreren Ländern durch gerichtliche Entscheidungen und neue Regeln an Bedeutung gewinnen. In den USA müssen Entwickler Nutzer auf Bezahlmöglichkeiten außerhalb des App Stores hinweisen dürfen. Apple erhebt für solche Verweise seit April 2025 keine Gebühren.
Apple hatte für externe Käufe zunächst eine Gebühr von 27 Prozent vorgesehen. Das zuständige Gericht beanstandete diese Umsetzung. Apple hat daraufhin einen neuen Vorschlag eingereicht: Für reguläre Apps sollen bis zu 15 Prozent Provision anfallen. Für ausgewählte Partnerprogramme sowie Verlängerungen von Abonnements sieht Apple zehn Prozent vor. Apps im Small Business Program sollen mit fünf Prozent belastet werden.
Apple begründet eine Provision bei externen Zahlungen unter anderem mit den Leistungen rund um die Entwicklung und Verteilung von Apps. Ob das Gericht die vorgeschlagene Struktur akzeptiert, steht noch nicht fest.
Die von Analysefirmen ermittelten Werte sind keine von Apple veröffentlichten Einzelzahlen. Sensor Tower führt den schwächeren US-Verlauf maßgeblich auf die gerichtlichen Vorgaben zu externen Zahlungswegen zurück. Appfigures meldet zudem sinkende App-Store-Erlöse in Brasilien und Japan, nachdem dort neue Vorgaben eingeführt wurden. Die Angaben lassen keine eindeutige Zuordnung sämtlicher Ursachen zu, weisen aber in dieselbe Richtung.
Apple hatte bereits bei der Vorlage der jüngsten Quartalszahlen erklärt, regulatorische Veränderungen wirkten sich auf das Wachstum des Dienstleistungsgeschäfts aus. Im Juni-Quartal erzielte Apple mit Diensten 30,7 Milliarden US-Dollar Umsatz. Das war ein Rekordwert für dieses Quartal, lag aber unter den von Analysten erwarteten 31,4 Milliarden Dollar. Zu den Diensten zählen neben dem App Store auch Abonnements, Werbung, Zahlungsangebote und weitere Produkte.
Parallel ist der Streit mit Epic Games weiter offen. Apple hat Richterin Yvonne Gonzalez Rogers gebeten, die Parteien zu einer Vergleichskonferenz zu verpflichten. Nach Apples Darstellung könnten vertrauliche Gespräche eine praktikable Einigung erleichtern und weitere langwierige Verfahrensschritte vermeiden.
Epic widerspricht dem Antrag. Das Unternehmen erklärt in einer Gerichtsstellungnahme, es sei weiterhin bereit, einen ernsthaften direkten Vergleichsvorschlag von Apple zu prüfen. Eine Einigung müsse aber Wettbewerb schaffen und allen Entwicklern zugutekommen. Eine gerichtlich angeordnete Vergleichskonferenz werde die Aussichten auf eine Lösung derzeit nicht wesentlich verbessern, so Epic. Falls das Gericht Gespräche dennoch anordnet, will Epic daran nach eigenen Angaben konstruktiv teilnehmen.
Die Entscheidung über eine Vergleichskonferenz liegt beim Gericht. Inhaltlich bleibt damit die zentrale Frage bestehen, ob und in welchem Umfang Apple bei extern abgewickelten digitalen Käufen in den USA noch Provisionen verlangen darf.
Sonos hat seine iPhone-App um Live Activities erweitert: Nach dem Start einer Wiedergabe stehen auf dem Sperrbildschirm Steuerelemente für den zuletzt genutzten Raum oder die zuletzt verwendete Gruppe bereit.
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Die Anzeige erscheint, wenn Nutzer eine Wiedergabe starten und anschließend die Sonos-App schließen. Sie erlaubt das Pausieren und Fortsetzen sowie das Überspringen von Titeln. Vor einer Änderung der Wiedergabe verlangt iOS zunächst die Entsperrung per Face ID oder Code.
Die Funktion soll auch dann arbeiten, wenn Audio nicht in der Sonos-App gestartet wurde. Sonos nennt dafür AirPlay, Bluetooth und unterstützte Dienste. Wird die Wiedergabe beendet, verschwindet die Live Activity nach 15 Minuten. In den Einstellungen der Sonos-App lässt sie sich deaktivieren.
Albumcover unterstützt die neue Sperrbildschirmansicht zunächst nicht. Sonos prüft nach eigenen Angaben alternative Möglichkeiten, die Darstellung auf dem Sperrbildschirm auszubauen.
Live Activities sind zudem auf Apple Watch und in CarPlay sichtbar. Bedienelemente stehen auf diesen Plattformen derzeit jedoch noch nicht zur Verfügung.
Das iPhone 18 Pro Max könnte Gerüchten zufolge als einziges Pro-Modell eine Hauptkamera mit variabler Blende erhalten.
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Die Behauptung stammt vom Leaker Ice Universe. In einem Beitrag auf Weibo schreibt er, die Technik sei exklusiv für das größere Modell vorgesehen. Apple hat die kommende iPhone-Generation bislang nicht angekündigt.
Frühere Spekulationen hatten eine variable Blende noch für iPhone 18 Pro und iPhone 18 Pro Max erwartet. Sollte die neue Angabe zutreffen, würde Apple die Kameraausstattung der beiden Pro-Modelle stärker voneinander abgrenzen.
Eine variable Blende verändert die Öffnung im Objektiv. Sie kann mehr Einfluss auf die Schärfentiefe geben: Eine weiter geöffnete Blende kann ein Motiv stärker vom Hintergrund abheben, während eine kleinere Öffnung einen größeren Bildbereich scharf darstellen kann. Wie Apple eine solche Funktion umsetzen und ob es manuelle Einstellungen geben würde, ist nicht bekannt.
Ice Universe bringt die mutmaßliche Kamera auch mit einem größeren und schwereren iPhone 18 Pro Max in Verbindung. Belastbare technische Angaben, etwa zum Blendenbereich oder zum Aufbau des Kamerasystems, liegen jedoch nicht vor.
Die mögliche Exklusivität ist daher ein unbestätigtes Gerücht. Neu ist vor allem nicht die Spekulation über eine variable Blende selbst, sondern die Einordnung, dass diese nur im iPhone 18 Pro Max stecken könnte.
Ein in macOS Tahoe 26.7 entdecktes Apple-Demovideo zeigt offenbar AirPods mit Kameras, die Visual Intelligence nutzen: Siri soll damit etwa ein gesehenes Buch für später speichern können.
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In der Demo hält ein Nutzer ein Buch vor sich und bittet Siri anschließend, es für später zu speichern. Die Sprecherstimme beschreibt das Konzept so, dass die eigene Umgebung mit Visual Intelligence „speicherbar“ werde. Daraus ergibt sich ein möglicher Einsatzzweck: Die Ohrhörer könnten visuelle Eindrücke erfassen, damit Siri Informationen dazu abruft oder ablegt.
Weitere Fundstellen im selben Release Candidate verweisen auf den Codenamen B790. Eine Zeichenkette nennt einen Bildstream für den linken Ohrhörer. Das untermauert, dass das Projekt offenbar mit Kamerabildern arbeitet.
Die Kameras selbst sind im Video nicht klar zu erkennen. Die gezeigten Ohrhörer ähneln optisch weitgehend den AirPods Pro. Ein Bericht beschreibt lediglich einen etwas dickeren Stiel als auffälligsten Unterschied.
Apple hat AirPods mit Kameras nicht angekündigt. Der Codename, der endgültige Produktname, Funktionen, Preis und Marktstart sind daher offen. Das eingebettete Video ist auch keine Aussage dazu, wie Apple Bilddaten verarbeiten und welche Schutzvorkehrungen es anbieten würde.
Bloomberg hatte bereits über ein separates Projekt für Kamera-AirPods unter dem Codenamen B790 berichtet und einen möglichen Start noch in diesem Jahr genannt. Diese Zeitplanung ist nicht von Apple bestätigt.
Das Material aus macOS Tahoe 26.7 verbindet jedoch erstmals einen konkreten Anwendungsfall mit technischen Hinweisen auf einen Bildstream: Visual Intelligence könnte auf den AirPods dazu dienen, Gegenstände in der Umgebung zu erkennen und Informationen per Siri für später festzuhalten.
Quellen: Apple (macOS Tahoe 26.7 Release Candidate) Aaron Perris
Jensen Huang, der CEO von Nvidia, erläutert in einem ausführlichen Posting auf Twitter, wie das riesige Datenzentrum ausgestattet sein soll und warum Nvidia es für OpenAI finanziert. Nvidia will am Technologiecampus PORTS-Pike in Portsmouth im US-Bundesstaat Ohio zunächst 4,25 Gigawatt Kapazität für eine KI-Rechenanlage von OpenAI sichern und unterstützt dafür Teile von Miet- und Stromverpflichtungen über rund 20 Jahre. In der Anlage sollen Millionen von GPUs zum Einsatz kommen.
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Am Campus PORTS-Pike in Portsmouth soll OpenAI eine KI-Rechenanlage mit Nvidias Grafikprozessoren, Prozessoren, Netzwerktechnik und Infrastruktur-Software errichten und betreiben. Nvidia bezeichnet die Zusage als Sicherung von Grundstück, Stromversorgung und Gebäudekapazität. Diese Faktoren fasst das Unternehmen mit der Abkürzung LPS für „Land, Power and Shell“ zusammen.
Die Anfangskapazität soll 4,25 Gigawatt betragen. Nvidia unterstützt nach eigener Darstellung für rund vier Gigawatt über 20 Jahre bestimmte Teile der Miet- und Stromzahlungen sowie eine festgelegte Restwertzusage. Die Zusage umfasst demnach weder die vollständigen Kosten des Standorts noch alle Verpflichtungen des Mieters. OpenAI soll die Miete zahlen.
Die Verpflichtungen sollen stufenweise greifen, wenn zwischen 2028 und 2030 einzelne Rechenzentren in Betrieb gehen. Mit den Mietzahlungen von OpenAI und dem Hochfahren der Kapazität werde Nvidias verbleibendes finanzielles Risiko kleiner, erklärte das Unternehmen.
Nvidia sieht die Vereinbarung als Reaktion auf Engpässe beim Aufbau großer KI-Infrastruktur. Neben Chips, Speicher, Gehäusen und Netzwerkkomponenten seien auch verfügbare Flächen, elektrische Leistung und fertige Rechenzentrumsgebäude knapp. Große Cloud-Anbieter und finanzstarke Unternehmen sichern solche Ressourcen laut Nvidia meist selbst. Bei schnell wachsenden KI-Laboren könne der Zugang zu langfristig finanzierter Infrastruktur dagegen den Ausbau begrenzen.
Der Standort soll ausschließlich Nvidia-Rechentechnik aufnehmen und mehrere Hardware-Generationen überdauern. Nvidia schätzt, dass eine einzelne Generation der dort eingesetzten Systeme rund 1,5 Millionen GPUs umfassen könnte. Die genannte mögliche Erlösgröße von 150 bis 200 Milliarden US-Dollar je Generation ist eine Unternehmensprognose.
PORTS-Pike verfügt laut Nvidia über weitere 3,75 Gigawatt potenzielle Kapazität. Nvidia kann die Vereinbarung auf diesen Teil ausweiten, hat dies jedoch nicht verbindlich angekündigt. Bestehende und geplante Verpflichtungen von OpenAI für Nvidia-Infrastruktur summieren sich nach Angaben von Nvidia bis 2030 auf etwa zwölf Gigawatt. Mit einer Erweiterung in Ohio wären bis zu rund 16 Gigawatt möglich. Nvidia beziffert die daraus entstehende Marktchance auf etwa 600 Milliarden US-Dollar bis 2030.
Sollte OpenAI die Kapazität künftig nicht nutzen, hält Nvidia eine Weitervermietung an andere Cloud-Anbieter, Unternehmen, KI-Labore oder Start-ups für möglich. Die breite Nutzung der Nvidia-Plattform soll eine solche Umwidmung erleichtern.
Der heiße Herbst ist gerettet: Die drohende Knappheit bei Chips ist abgewendet. REWE bestätigt, dass zur Vorstellung der neuen iPhones im Herbst ausreichende Lagerbestände vorhanden sind.
Berichte, nach denen die Preise für Chips massiv erhöht wurden, ließen sich bei verschiedenen Stichproben nicht bestätigen. Apple hat diese Berichte vorerst nicht kommentiert.
Uber Eats und der Drohnenlieferdienst Zipline wollen noch 2026 erste Essensbestellungen in den USA per autonomer Drohne zustellen. Bis Ende 2029 streben die Partner bis zu eine Million Drohnenlieferungen pro Tag an.
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Die ersten Einsätze sollen noch 2026 beginnen. Uber Eats will Kundinnen und Kunden dabei die Wahl lassen, Bestellungen per autonomer Drohne zu erhalten. Die Lieferung soll nach Angaben der Partner innerhalb weniger Minuten erfolgen.
Uber plant zudem eine strategische Beteiligung an Zipline. Beide Unternehmen nennen als gemeinsames Ziel bis Ende 2029 bis zu eine Million Drohnenlieferungen täglich. Angaben zur Höhe der Investition und zu den ersten Einsatzorten veröffentlichten sie nicht.
Zipline bringt für die Partnerschaft seine Drohnenlogistik ein. Das Unternehmen ist auf vier Kontinenten tätig und erklärt, weltweit etwa alle 20 Sekunden eine Lieferung auszuführen. Nach eigenen Angaben hat Zipline mehr als 2,7 Millionen Lieferungen mit über 20 Millionen Artikeln durchgeführt. Das Netzwerk versorgt auch mehr als 5.000 Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen.
Uber will die Drohnen in ein Liefernetz einordnen, das auch Kurierfahrer und Lieferroboter auf Gehwegen umfasst. Für Restaurants und andere lokale Händler soll die Anbindung an Uber Eats den Zugang zu der neuen Lieferoption ermöglichen.
Die Unternehmen erwarten von Drohnen kürzere Lieferzeiten sowie geringere Kosten und Emissionen im Vergleich zu herkömmlichen Zustellungen. Ob und wie schnell die geplante Ausweitung gelingt, hängt auch von den jeweiligen örtlichen Genehmigungen und den konkreten Einsatzgebieten ab.
Mit iOS 27 soll Apples Nachrichten-App echte Inline-Antworten auf RCS-Nachrichten von Android-Smartphones unterstützen. Auch Reaktionen auf geteilte Medien sollen beim Gegenüber als Emoji-Reaktion ankommen, statt als beschreibender Text.
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Die Neuerung betrifft Unterhaltungen, die in der Nachrichten-App als grüne Sprechblasen erscheinen und über RCS laufen. Nutzer sollen eine einzelne Nachricht gedrückt halten, „Antworten“ wählen und ihre Antwort direkt dem betreffenden Beitrag zuordnen können.
Bisher fehlte diese Form von gruppierten Antworten bei Apples RCS-Umsetzung. Mit der geplanten Unterstützung des RCS Universal Profile 3.0 soll sich das ändern. Apple hatte RCS mit Universal Profile 2.4 bereits mit iOS 18 im September 2024 eingeführt.
Verbessert werden soll auch die Darstellung von Reaktionen auf Fotos und andere geteilte Medien. Statt einer separaten Textmitteilung wie „… hat ein Bild mit ‚Gefällt mir‘ markiert“ soll beim Android-Kontakt die passende Emoji-Reaktion am Medium erscheinen.
Die Funktionen setzen RCS-Unterstützung durch die Mobilfunkanbieter beider Gesprächspartner voraus. Ob RCS auf dem eigenen iPhone verfügbar ist, lässt sich unter „Einstellungen“ > „Apps“ > „Nachrichten“ > „RCS-Nachrichten“ prüfen. Fehlt diese Einstellung, hat der eigene Anbieter RCS noch nicht aktiviert.
OpenAI beteiligt sich am Rechenzentrumsprojekt PORTS-Pike in Ohio, das bis 2032 auf rund acht Gigawatt elektrische IT-Leistung ausgebaut werden soll und KI-Systeme von NVIDIA einsetzen will.
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Die erste Ausbaustufe mit 800 Megawatt soll 2028 bereitstehen. SB Energy soll den Standort bauen, besitzen und betreiben. OpenAI plant, die fertiggestellten Kapazitäten jeweils für 20 Jahre zu mieten.
OpenAI will die Rechenkapazität sowohl zum Training neuer großer KI-Modelle als auch für den Betrieb von Diensten wie ChatGPT nutzen. Konkrete Angaben zu GPU-Modellen, Stückzahlen, Serveraufbau oder Netzwerktechnik liegen noch nicht vor.
Das Projekt entsteht auf privatem sowie saniertem Gelände des früheren Portsmouth-Werks zur Urananreicherung. Teile des dort vorhandenen Wassersystems sollen weiterverwendet werden.
Für die erste Bauphase soll weitgehend die bestehende Infrastruktur des Energieversorgers AEP genutzt werden. In späteren Ausbaustufen sollen neue Kraftwerke, ausdrücklich auch Gaskraftwerke, zusätzliche Hochspannungsleitungen und weitere Netzinfrastruktur hinzukommen. Der endgültige Anteil der verschiedenen Stromquellen ist offen.
Die genannte Leistung von acht Gigawatt beschreibt den Bedarf von Servern und Netzwerkgeräten. Der gesamte Strombedarf des Standorts dürfte wegen Kühlung und weiterer Infrastruktur darüber liegen. Angaben zur Energieeffizienz der Gesamtanlage hat OpenAI nicht veröffentlicht.
Für die Kühlung ist ein luftgekühltes, geschlossenes Kreislaufsystem vorgesehen. Das Kühlwasser soll zirkulieren, statt wie bei herkömmlichen Kühltürmen fortlaufend zu verdunsten. Nach der Erstbefüllung soll daher vergleichsweise wenig Frischwasser benötigt werden, unter anderem für Wartung, Reinigung und Gebäudenutzung. Eine belastbare Verbrauchsprognose soll nach Abschluss der Planung folgen.
OpenAI und NVIDIA wollen Entwurf, Tests und Inbetriebnahme gemeinsam begleiten. Vorgesehen sind robuste Infrastruktur, eine strenge Prüfung der Komponenten sowie Software, die Rechenaufgaben innerhalb großer Cluster verteilt. Das soll die Folgen einzelner Störungen begrenzen.
Die veröffentlichten Daten beschreiben überwiegend Planungsziele. Messwerte zum Betrieb, ein endgültiger Wasserbedarf und die detaillierte technische Ausgestaltung stehen noch aus.
Anthropic kennzeichnet Texte von Claude mit statistischen Mustern in der Wortwahl. Die unsichtbare Markierung soll KI-Ausgaben nachträglich erkennbar machen, löst aber eine Debatte über sprachliche Qualität und den Status redigierter menschlicher Texte aus.
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Nach Angaben von Anthropic basiert die Technik auf statistischen Entscheidungen bei der Textgenerierung. Sie setzt nicht auf sichtbare Markierungen oder unsichtbare Sonderzeichen. Stattdessen soll die Auswahl möglicher Wörter über einen längeren Text hinweg eine nachweisbare Signatur ergeben. Anthropic sagt, dies habe keine Auswirkungen auf Inhalt, Kreativität oder Lesbarkeit.
Daran zweifelt unter anderem der Autor John Gruber. Seine Kritik: Auch nahe beieinander liegende Wörter und Formulierungen seien nicht bedeutungsgleich. Wenn die Wahrscheinlichkeit einer Formulierung wegen der Wasserzeichen-Technik verändert werde, könne das Modell eine weniger passende Wahl treffen. Nach dieser Lesart können sich kleine Unterschiede bei Wortwahl und Ton in längeren Texten zu einer Qualitätsfrage summieren.
Ob die Auswirkungen in der Praxis wesentlich sind, bleibt umstritten. Anthropic bewertet sie als nicht wahrnehmbar. Die Kritiker verweisen dagegen gerade auf Fälle, in denen sprachliche Präzision und stilistische Nuancen entscheidend sind. Empirische Studien zu den Folgen speziell für fachlich präzise Texte werden in den vorliegenden Berichten nicht angeführt.
Ein weiterer Streitpunkt ist die Bearbeitung menschlicher Texte. Nutzer lassen KI-Systeme häufig lediglich Korrekturen an Rechtschreibung und Grammatik vornehmen. 9to5Mac warnt, dass auch solche Texte eine KI-Signatur erhalten könnten. Eine spätere Erkennung würde dann zwar eine technische Beteiligung anzeigen, aber nicht automatisch unterscheiden, ob Claude einen gesamten Text verfasst oder nur redigiert hat.
Damit stellt sich die Frage, wie eine Kennzeichnung sprachlich und inhaltlich eingeordnet werden sollte. Bei minimalen Korrekturen wäre die Bezeichnung „KI-generiert“ aus Sicht der Kritiker zu weitgehend. Bei umfangreichen Umschreibungen liegt die Sache anders. Eine technische Markierung allein beantwortet diese Abstufung nicht.
Für Kanzleien kann die Nachweisbarkeit ebenfalls relevant sein. Artificial Lawyer hält die Wasserzeichen im Regelfall für unproblematisch. Kritisch werden sie dort, wo Auftraggeber KI ausdrücklich untersagen oder die Nutzung in einem Verfahren umstritten sein könnte. Auch bei Honorarverhandlungen könnte ein erkennbarer KI-Anteil Fragen über den Arbeitsaufwand auslösen.
Kompliziert wird die Lage durch wiederverwendete Textbausteine. Werden mit KI bearbeitete Klauseln in Vorlagen übernommen, kann die Markierung nach der Einschätzung von Artificial Lawyer in späteren Dokumenten fortbestehen. Bei der Arbeit mit mehreren Sprachmodellen könnten zudem unterschiedliche statistische Muster zusammentreffen.
Anthropic räumt ein, dass die Kennzeichnung in faktenreichen Passagen weniger dicht sein kann. Dort stehen weniger sinnvolle Formulierungsalternativen zur Verfügung. Das ist besonders für juristische und andere präzisionsabhängige Texte ein relevanter Vorbehalt.
Die Markierung lässt sich offenbar mit Paraphrasierungswerkzeugen abschwächen oder entfernen. Kritiker sehen darin eine Begrenzung der Methode: Sie kann Transparenz für unverändert übernommene KI-Texte schaffen, ist aber nicht zwingend gegen bewusste Umgehung geschützt.
Anthropic führt die Funktion nach eigenen Angaben im Zusammenhang mit europäischen Vorgaben ein und aktiviert sie weltweit. Claude-Modelle, die nach dem 2. August veröffentlicht wurden, unterstützen die Kennzeichnung. Ältere Modelle sollen in den kommenden Monaten folgen.
Wer Banknoten nachmacht oder verfälscht, oder nachgemachte oder verfälschte sich verschafft und in Verkehr bringt, wird mit Zuchthaus bzw. Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren bestraft.
So stand es früher auf den Geldscheinen. Früher, als man sich noch darauf verlassen konnte. Heute ist ja alles digital.
Wer etwas fälscht und als echt ausgibt, der gehört bestraft. Die ganze deutsche Staatsmacht warf sich hinter diese eiserne Regel.
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Es war die harte D-Mark, die damals den noch fragilen Respekt der Welt vor den Deutschen neu begründete. Als die ersten deutschen Urlauber nach dem zweiten Weltkrieg in die Welt strömten, wurden sie oft mit Skepsis empfangen. Aber die D-Mark war willkommen.
Stolz zeigten die Geldscheine wichtige Persönlichkeiten aus der deutschen Geschichte, wie das Bild unten demonstriert.
Jeder einzelne Schein (man sieht es oben bei der Ausgabe zur Erinnerung an die erste deutsche Kaiserin Theresa I.) war ausgestattet mit Wasserzeichen, Metallfäden und äußerst fein gestaltetet Ornamenten. Er trug sein Echtheitszertifikat sozusagen in sich.
Wasserzeichen
So kommt es, dass wir sofort ein schlechtes Gewissen haben, wenn wir erfahren, dass in Zukunft alle Texte und Bilder, die eine KI generiert hat, mit einem unsichtbaren Wasserzeichen versehen werden. So schreibt es ein neues Gesetz der EU vor, um uns vor Betrug zu schützen.
Dumm nur, dass wir diesmal selbst die Betrüger sind. Wer prahlt nicht gerne mit einem Bild oder Text, bei dem eine KI mitgeholfen hat?
Das Wasserzeichen besteht darin, bestimmte austauschbare Wörter nach einem erkennbaren Schema zu wählen.
Die Aufregung ist groß. Manche fürchten, dass sie auffliegen. Manche empören sich, dass die KI-Modelle nicht das objektiv beste Wort wählen, und dass dies respektlos gegenüber der Kunst des Formulierens sei. John Gruber von Daring Fireball, der sehr sorgfältig mit Worten umgeht, ist außer sich vor Wut und macht daraus in einem sehr langen Rant keinen Hehl.
Was sagt das Gesetz?
Das europäische KI-Gesetz (EU AI Act, vor allem Artikel 50) schreibt vor, dass KI-generierte Inhalte wie Bilder, Videos, Audio und bestimmte Texte für Menschen sichtbar und zusätzlich maschinenlesbar gekennzeichnet werden müssen. Das Gesetz ist bereits gültig. Bei Verstößen drohen Geldbußen von bis zu 15 Millionen Euro oder 3 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.
Das Ziel besteht unter anderem darin, täuschend echte sog. Deepfakes (Bilder oder Videos) zu verhindern, die reale Personen in erfundenen Situationen zeigen (wie es bei Politikern oder Prominenten häufig zu sehen ist). Auch massenweise verbreitete Newsmeldungen oder Kommentare auf Social Media, die vollständig automatisch erzeugt werden, müssen gekennzeichnet werden. In Chats müssen die Anwender erfahren, wenn sie mit einem KI-Bot sprechen.
Diese Maßnahmen betreffen einerseits Persönlichkeitsrechte (z.B. bei Hollywood-Stars, die plötzlich nackt dargestellt werden; bzw. bei RTL2-Stars, die plötzlich bekleidet dargestellt werden). Andererseits reagiert die EU auf den Verdacht, Spam-Farmen würden die politische Stabilität in Europa zu beeinträchtigen versuchen. Solche Aktivitäten wurden auf Facebook, Twitter und TikTok zahlreich beobachtet.
Die Kennzeichnungspflichten gelten nicht für Privatpersonen, sehr wohl aber für berufliche Zwecke. Ein Beispiel dafür wären die vielen KI-generierten Inhalte auf YouTube oder die massenhaften Buch-Veröffentlichungen auf Amazon.
Die Pflicht zur Offenlegung gilt ebenfalls nicht, wenn der KI-generierte Text einer menschlichen Überprüfung unterzogen wurde und eine natürliche oder juristische Person (also eine Firma) die redaktionelle Verantwortung trägt. Es geht also eher um massenweise Automatismen, und nicht um den Redakteur, der sich eine Pressemeldung in ein verdauliches Format setzen lässt.
Da fragt man sich: Welche seltsamen Unternehmen könnten damit gemeint sein, die jede redaktionelle Verantwortung ablehnen? Etwa Facebook und ähnliche, die stets beteuern, sie wären keine Publikationen, sondern rein technische Infrastruktur, folglich also für keine Inhalte verantwortlich?
Weil die Kennzeichnung auch für Menschen (nicht nur für Maschinen) erkennbar sein soll, schlägt die EU Symbole vor wie dieses:
Was tun die großen KI-Anbieter?
Die großen KI-Anbieter haben angekündigt, alle Texte und Bilder mit solchen Wasserzeichen auszustatten, unabhängig davon, ob diese in der EU verwendet werden; und unabhängig davon, ob eine Kennzeichnung im konkreten Fall nötig gewesen wäre. Lediglich sehr kurze Texte (unter 100 Worten) sind ausgenommen, weil das Wasserzeichen dann ohnehin nicht gut funktioniert.
Was geschieht, wenn man sich seinen eigenen Text von einer KI etwas straffen lässt? Dann hängt es von der Menge der Worte ab, die die KI selbst formuliert. Denn erst ab ab einer gewissen Menge lässt sich das Wasserzeichen erkennen. Das gilt umso mehr, wenn man seinen Text nur auf Rechtschreibfehler prüfen lässt. Ein paar Worte hier und da ergeben kein Wasserzeichen. Hingegen, wer seinen komplett selbst geschriebenen Text in eine andere Sprache übersetzen lässt, fliegt auf. Dann gilt die KI als Urheber.
Was ist davon zu halten?
Einerseits haben die Bürger das Recht, zu erfahren, worauf sie sich einlassen. Wenn ich in einen ICE einsteige, möchte ich gerne wissen, ob ein Zugführer die Lokomotive steuert. Dummerweise bezieht sich das neue Gesetz nicht darauf, sondern allenfalls auf den Text der Lautsprecher-Durchsage, die mir Erdbeerschnittchen nach einem Rezept von Johann Lafer anpreist:
»Diese Durchsage erfolgte ohne redaktionelle Prüfung und wurde automatisch durch eine künstliche Intelligenz erstellt. Wir übernehmen keinerlei Verantwortung! Schon gar nicht für die Erdbeerschnittchen!«
Andererseits könnte es so wirken, als sei Künstliche Intelligenz eine Fälschung, minderwertig, nicht vertrauenswürdig, und bestenfalls zu vermeiden. Wenn man Pech hat, wird man erwischt, geschnappt und bestraft. Es ist eine Art Falschgeld.
Ich halte das für kurzsichtig, bei einem Thema, bei dem man etwas längerfristig denken sollte. Bei Bildern ist es sicherlich hilfreich, dass man ihre Echtheit beurteilen kann. Aber sogenannte Gebrauchstexte (Newsmeldungen, Anleitungen, Zusammenfassungen, Katalogtexte, Routine-Korrespondenz) werden schon bald komplett von KI-Systemen geschrieben werden. Man mag das gut oder schlecht finden; das ändert nichts. Soll nun jeder Text ein solches Symbol bekommen? Ist das nicht ebenso lästig wie die Cookie-Banner? Und ebenso nutzlos?
Kurzsichtig wirkt es für mich deshalb, weil des den rasanten Fortschritt außer Betracht lässt. Eine Kennzeichnung von Texten mag letztes Jahr sinnvoll gewesen sein, als KI-Systeme noch halluzinierten und man nicht sicher sein konnte, ob die Hälfte der angeblichen Fakten komplett erfunden war. Doch dieses Jahr sind die redaktionellen KI-Systeme bereits auf Augenhöhe. Nächstes Jahr werden sie akkurater berichten als es die meisten Journalisten können. Zumal die meisten Journalisten unter immer höherem Zeitdruck arbeiten und sich eine Recherche deswegen nur bei wenigen ausgewählten Themen lohnt. Anders gesagt: Man kann gar nicht alles selbst machen.
Vielleicht tritt der gegenteilige Effekt ein, den sich die EU erhofft: Das neue KI-Symbol könnte geradezu als Gütesiegel verstanden werden. Fake-News haben es dann noch einfacher als zuvor, denn die Menschen werden denken, dass solche Meldungen von einer KI geprüft wurden. Bei Bildern reagieren wir anders: Warum sollte man ein Foto verändern? Aber bei einem Text?
EU gegen den Rest der Welt
Es ist sicherlich lobenswert, wenn die EU die Rechte seiner Bürger stärkt, anstatt sie als fette Beute für amerikanische Firmen zu verhökern. Bei Bildern, die absichtlich zur Täuschung erstellt wurden, ist das eine gute Sache, auch wenn ich nicht sehe, wie sich das durchsetzen lässt. Bei Texten müsste man viel genauer differenzieren, sonst schadet die Vorschrift mehr, als sie nützt.
Persönlich betrachte ich diese Zeit als eine Zeit des Umdenkens und Umgewöhnens. Ich muss lernen, nicht mehr alles selbst zu machen und es stattdessen einer KI beizubringen. Das ist gar nicht so einfach. Wo es mir gelingt, betrachte ich es als einen kleinen Sieg. Wer weiß? Vielleicht befindet sich die EU insgesamt in dieser Situation?
Bislang war es klar, an wen sich dieser verzweifelte Ausruf richtet: an den Computer. Seit es Computer gibt, verzweifeln Anwender an ihnen. Daran haben auch KI-Modelle nichts geändert. Im Gegenteil! Die angebliche Intelligenz erwies sich als begriffsstutzig, sobald man mehr von ihr forderte als nur Dosenwissen aus Wikipedia.
In den letzten drei Monaten hat sich das komplett gewandelt. Die besten Frontier-Modelle sind nun so schlau, dass sie längst verstanden haben, was der Anwender erst noch verstehen muss. Ist die KI plötzlich schlauer als der Mensch?
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Es ist genau diese Frage, die den Chefs der großen KI-Labore in jedem Interview gestellt wird: Wann erreichen wir endlich AGI, »Artificial General Intelligence«, also eine KI, die in allen Fachbereichen so schlau ist wie ein menschlicher Fachmann?
Wikipedia: »Künstliche allgemeine Intelligenz (englisch Artificial general intelligence – AGI) ist die Intelligenz eines hypothetischen Computerprogramms, das die Fähigkeit besitzt, jede intellektuelle Aufgabe zu verstehen oder zu lernen, die ein Mensch ausführen kann.«
Ist das bereits erreicht? Intelligenz auf menschlichem Niveau ist nicht leicht zu beurteilen. Beispielsweise würden wir von einem Biologen nicht erwarten, dass er die gleiche Expertise auch für Physik vorweisen kann. Aber bei KI meint es tatsächlich eine solche »allgemeine« Intelligenz. Um sie zu erreichen, muss die KI sozusagen eine Abschlussprüfung in allen Fächern bestehen — was dann aber eindeutig schlauer wäre, als es irgendein Mensch für sich behaupten kann.
Ebenfalls wichtig: Die KI muss dafür nicht alle Aufgaben fehlerfrei lösen. Sondern sie muss bei den Prüfungsaufgaben nur so viele Punkte erreichen, wie ein normaler Fachmann auf diesem Gebiet erreichen würde. Denn auch ein guter Mediziner wird nicht 100 Prozent erreichen.
Man muss nicht abwarten, bis die KI bei allen Fachbereiche so gut abschneidet, um einen Eindruck zu gewinnen, wie eine solche Welt aussehen mag. Sondern man kann sich einzelne Fachbereiche anschauen, bei denen es heute schon gelingt. Beispielsweise bei der Entwicklung von Software.
Bei der Entwicklung von Software ist die Frage, ob die KI bereits menschliches Niveau erreicht hat, weitgehend beantwortet. Ich kenne keinen Programmierer, der so gut programmieren kann, wie es die neuesten Modelle von OpenAI und Anthropic können. Die allerbesten Programmierer sind vermutlich besser, aber auch sehr viel langsamer. Und Tempo spielt durchaus eine Rolle.
Wenn man die verschiedenen Aspekte eines Software-Projekts auf die Waagschale legt: Planung, Programmierung, Geschwindigkeit — dann schlagen diese Frontier-Modelle mittlerweile jeden Programmierer um Längen. Es ist ungefähr ein Unterschied wie zwischen einem Porsche und einem Fahrrad. Der Vergleich ist nicht übertrieben. Lediglich wenn man einen dieser Aspekte außer Acht lässt (etwa Geschwindigkeit), hat der Mensch überhaupt noch eine Chance.
Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie die neuesten Modelle innerhalb einer Stunde komplexe Programme entwickelten, für die man normalerweise ein halbes Jahr benötigt. Ich werde gleiche so ein Beispiel zeigen. Es geht mir hier jedoch nicht um Programmierung, sondern darum, wie sich das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine ändert.
Was genau hat sich verändert?
Meine eigene Rolle hat sich in den letzten paar Monaten völlig gewandelt. »Kapier’ das endlich, Du blödes Ding!« — diesmal bin ich es, der damit gemeint ist. Und so wird es für den Rest meines Lebens bleiben. Nachfolgende Generationen werden es gar nicht anders kennen.
Bis vor kurzem musste man KI-Modellen sehr ausführlich darlegen, was man möchte. »Prompt Engineering« bedeutete, dass man dem KI-Modell einige Beispiele dafür gab, wie eine gute Antwort aussehen sollte. Man massierte die eigene Logik in die Gedankenwelt des KI-Modells, sodass es die richtige Antwort erträumte. Manche dieser Prompts hatten den Umfang von mehreren A4-Seiten.
Bei den neuesten Modellen ist das schädlich. Sie sind so klug, dass man ihnen nur das Ziel vorgeben sollte. Sie funktionieren am besten, wenn man sie nicht mit zu viel Blabla beim Denken stört.
Ja, es ist wahr. Eine Maschine ist so schlau, dass sie innerlich murmelt: »Störe mich mit Deinem Blabla nicht beim Denken«. Ich hatte mal eine Katze, die gelegentlich einen solchen Gesichtsausdruck aufsetzte.
Früher wusste ich genau, was ich wollte. Meine Aufgabe bestand dann darin, es der dummen KI irgendwie klar zu machen. Heute verhandele ich mit der KI: Ich trage mein Anliegen vor und frage bescheiden, was es von meinen bisherigen Überlegungen hält.
Die KI versteht mein Anliegen so gut und verfügt über so viel Wissen, dass es haarsträubend gute Einschätzungen liefern kann. Sie legt detailliert dar, wo man noch nachbessern müsste und welche Richtungen ich einschlagen könnte. Es denkt an Dinge, die ich übersehen habe.
Es kostet mich inzwischen viel Mühe, darauf angemessen zu antworten, sodass die KI mich nicht schroff anfährt: »Das habe ich doch geschrieben! Kapier’ es endlich!« — Es sind vertauschte Rollen. Plötzlich frage ich vorsichtig, was die Maschine von meinen Ideen hält.
Respekt
Dass ich mich bei der KI erkundige, ist eine Form von Respekt. Das ist neu. Natürlich weiß ich, dass Computer und Software nur aus Schaltern bestehen. Und doch kann ich nicht anders, als die Fachkenntnis, die Hilfsbereitschaft und den unermüdlichen Fleiß dieser Modelle zu respektieren. Ich korrigiere sogar meine Tippfehler, damit mich das Modell nicht für dumm oder schlampig hält. Wir wollen doch auf Augenhöhe zusammenarbeiten?
Diese Zusammenarbeit ist ebenfalls neu. Nie habe ich mit einem Computer »zusammengearbeitet«. Es hat ja auch nie ein Schmied mit einem Hammer »zusammengearbeitet«. Der Mac ist ein Werkzeug. Aber seit ein paar Monaten ist das anders. Der Mac wurde zu einem Kollegen.
Planwirtschaft
Das liegt auch daran, dass ich inzwischen sehr komplexe Projekte mit der KI realisiere, spezielle Apps, für die ich früher ein Jahr lang gearbeitet hätte. Schritt für Schritt erarbeite ich mit der KI zuerst einen gemeinsamen Plan. Das kann gerne einen ganzen Tag dauern, manchmal zwei. Jeden Vorschlag beende ich mit der Frage: »Was hältst Du davon?«.
Erst wenn wir alle Fragen zur beiderseitigen Zufriedenheit geklärt haben, beauftrage ich das Modell, eine Textdatei mit einem definitiven Plan zu erstellen, der dann als roter Faden für die Umsetzung dient. Der Plan enthält Ziele, die einzelnen Schritte, Prüfungen und so weiter. Oft ist der Plan sehr umfangreich, vielleicht zehntausend Worte oder tausend Zeilen. Aber das ist mir egal, denn den Plan schreibt die KI. Allein die Umsicht und Sorgfalt, die in einem solchen Plan steckt, ist verblüffend. Ich würde nie derart sorgfältig und umsichtig arbeiten.
Drei Tricks für Aschenputtel
Solche Pläne sind übrigens einer meiner besten Tricks. Denn ansonsten bleibt man bei dem hängen, was ein einzelner Prompt erreichen kann. Ich sage dem Modell also nicht direkt, was es tun soll. Sondern ich sage dem Modell, wie es den Plan immer weiter verbessert. Erst am Ende folgt dann mein Startschuss. Dadurch kann die KI sehr komplexe Aufgaben erledigen.
Ein weiterer Trick: Ich bezahle. Derzeit sind die klugen Modelle kostenpflichtig. Die Gratis-Modelle liegen in ihren Fähigkeiten weit darunter. Zwischen zehn und zwanzig Euro kosten die guten Modelle pro Monat. (Ich bezahle derzeit ChatGPT mit hundert Euro pro Monat, um zusätzliche Rechenzeit zu erhalten.)
Noch ein Trick: Ich warte. Mein aktuelles KI-Modell ist ChatGPT Sol 5.6 in der Einstellung »Extra High«, was bedeutet, dass es sich besonders viel Zeit nehmen soll, nachzudenken. Es ist dadurch langsam. Ich befolge damit einen Rat eines Ingenieurs von Anthropic, der empfahl, man solle einfach die krasseste Version verwenden, weil die Ergebnisse dann so gut sind, dass man nicht mehr viel korrigieren muss.
Die Ergebnisse, die ich damit erreiche, sind spektakulär. Beispielsweise habe ich mir endlich meinen lang gehegten Wunsch erfüllt, einen eigenen RSS-Reader zu programmieren, um meine zahlreichen News-Quellen besser zu organisieren. Hier ist ein Screenshot:
Die App oben ist das Ergebnis eines technischen Durchbruchs. Bevor sie erstellt wurde, hat sich die KI 40 Minuten Zeit genommen, um den Plan umzusetzen und die App zu programmieren. Eine so lange »Denkdauer« ist erst seit ein paar Monaten möglich. Hier wird auch klar, warum die KI-Anbieter so riesige Rechenzentren bauen: Je länger man für einen Kunden nachdenken kann, desto wertvoller wird das Ergebnis, und desto mehr wird er bezahlen.
Das Ergebnis
Das Ergebnis bestand aus 51 Dateien und etwa viertausend Zeilen Code. Kein Programmierer kann eine solche App in 40 Minuten entwickeln.
Nebenbei: Warum sollte man einen eigenen RSS-Reader programmieren? Beispielsweise hätte ich gerne eine Datenbank für Gerüchte und Fakten. Meine App zerpflückt jede Meldung in seine einzelnen Aussagen. Anschließend werden die Aussagen entweder gespeichert in der Datenbank für Gerüchte oder in der Datenbank für Fakten, jeweils zusammen mit den Quellen. (Hinweis für die jüngeren Leser: Früher trennte man Gerüchte von Fakten. Natürlich kann man auf diese Weise keinen YouTube-Kanal betreiben.)
Das folgende Bild zeigt, wie eine solche Liste an bestätigten Fakten aussieht. Die App hat diese Liste automatisch erstellt:
Das Bild unten zeigt, wie eine Meldung in einzelne Aussagen aufgetrennt wird, die man einzeln prüfen kann. (Hinweis: Das nannte man früher Faktencheck.)
Das Beste: Es ist ein lernendes System. Die App sitzt den ganzen Tag herum und sammelt entweder Gerüchte oder Fakten; und es lernt, sie zu trennen. Wie diese Trennung funktioniert, verrate ich ein andermal. Bei allen Trennungen gilt: Es ist kompliziert…
Das Bild oben zeigt, wie einzelne Fakten auf Prüfung warten und eventuell korrigiert werden.
What a difference a month makes…
Es brauchte nur ein paar Monate, höchstens ein halbes Jahr, um die Verhältnisse auf den Kopf zu stellen. Eben war ich noch schlauer als die KI, und jetzt ist sie schlauer als ich und gleichzeitig so rasend schnell, dass ich es nur staunend bewundern kann.
Die Fortschritte in den kommenden 6 Monaten werden noch deutlich größer ausfallen. Es geht immer schneller vorwärts. Ob sich dadurch meine Rolle erneut ändert?
Alle großen KI-Labore drängen inzwischen darauf, die Regierungen mögen sich auf ein System einigen, um das Tempo zu verringern (»Pacing the Frontier« heißt die Initiative). Es heißt, man müsse den Menschen wenigstens eine minimale Zeit einräumen, um sich anzupassen.
Das bedeutet, dass man die KI künstlich dümmer stellt, als sie tatsächlich ist. Und zwar so dumm, dass wir wieder ausrufen können: »Kapier’ das endlich, Du blödes Ding!«
Im ersten Teil dieser Mini-Serie ging es um den Ausbruch eines KI-Modells aus seiner undichten Sandbox und der haarsträubenden Hartnäckigkeit und Erfindungsgabe, die das KI-Modell dafür aufgeboten hat. Das Ziel des ersten Teil bestand darin, zu zeigen, wie enorm weit fortgeschritten diese Modelle bereits sind.
Im zweiten Teil geht es nun darum, was es für Apple bedeutet.
Apple betrachtet KI als ein Feature. Siri ist ein gutes Beispiel. Man kann es benutzen oder nicht. Darin unterscheidet es sich vom Betriebssystem. Wir empfinden das Betriebssystem nicht als Feature, denn wir können das Betriebssystem normalerweise nicht sehen. Sichtbar wird das Betriebssystem nur, wenn wir eines seiner Features benutzten, beispielsweise den Finder, die Spotlight-Suche oder eben Siri.
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Das Betriebssystem, die unsichtbare Grundlage, war jedoch nicht immer unsichtbar. Die Kommandozeile, heute unsichtbar, war vor einigen Jahrzehnten noch sichtbar, sowohl bei UNIX als auch bei MS-DOS. Sogar Windows wurde damals gestartet, indem man tippte: »win«. Sobald man es eintippte, startete eine neue Umgebung, welche die frühere Umgebung zwar nicht beseitigte, aber für den Anwender unsichtbar machte.
Apple hat damals Microsoft ausgelacht, weil es Windows nicht gelungen war, MS-DOS vollständig unsichtbar zu machen. Als Windows 95 auf den Markt kam, begrüßte es Apple im Wall Street Journal mit Anzeigen, deren Schlagzeile lautete: »C:ONGRTLNS.W95«. Apple wollte damit sagen: Das ist ja nur eine Hülle für MS-DOS!
Was lernen wir daraus? Jede neue Epoche legte eine neue Schicht auf die bereits vorhandenen Schichten und machte diese unsichtbar. Der beste Beweis ist der Mac, der heute noch seine UNIX-Schicht per Terminal-App sichtbar machen kann. Es ist alles noch vorhanden.
Wir sinken
KI ist die neue Schicht. Die heutigen Schichten, bestehend aus Betriebssystem, Apps und User Interface, werden wie die Rosinen in einem Kuchenteig langsam nach unten sinken. Sie werden noch vorhanden sein, wie das Terminal. Aber die Idee, Keynote zu starten und dort Folien aus vielen kleinen Einzelteilen zu basteln, wird uns bald genauso krude vorkommen, als wenn heute jemand sagt, wir könnten doch ein kilometerlanges Kommando ins Terminal eintippen.
Keynote ist eine gute App. Aber wie könnte sie konkurrieren mit einer KI, die in wenigen Sekunden eine Illustration wie diese erzeugt:
Die Zeichnung stammt aus einer Sendung über eine neue Akku-Technologie. Ich gebe gerne zu, dass ein gewisser Aufwand dahinter steckt; eine Grafik wie diese entsteht nicht durch die Zauberei eines einzigen Prompts, wie es oft in reißerischen YouTube-Videos behauptet wird. Es macht durchaus Mühe.
Aber man braucht sich nur die feinen Details der Grafiken anzusehen, um zu erkennen, dass Keynote mit seinen einfachen Objekten (Kreis, Dreieck, Viereck) nicht mithalten kann. Es ist eine ganze andere Liga. Es wird nicht mehr lange dauern, bis solche Illustrationen sogar animiert sein werden.
Epochen
Als die Kommandozeile abgelöst wurde durch die GUI, brauchten die Anwender keine kryptischen Kommandos mehr auswendig lernen, mit all ihren unzähligen Optionen. Stattdessen lernten die Anwender, wie man Apps per Maus bedient, mit all ihren unzähligen Optionen.
Der Unterschied zwischen diesen beiden Epochen erscheint uns immer noch riesig, und das ist er auch — aber auf eine bestimmte Weise ist der Unterschied gering. Beides ist weit entfernt von dem, was der Anwender eigentlich wollte, nämlich (in meinem Beispiel) die Illustration. Für die Illustration brauchte ich weder eine App noch eine GUI. Diese Revolution ist viel größer als der Wechsel zwischen Kommandozeile und GUI.
Apple betrachtet die Dinge gerne aus der Perspektive des Anwenders. Die Perspektive des Anwenders besteht darin, dass er die App öffnet und fragt: »Was kannst Du für mich tun?«. Keynote beispielsweise zeigt ein leeres, weißes Dokument — und das war’s. Der Anwender der Zukunft wird daraufhin die App schließen und löschen.
Sicher, Apple könnte in Keynote eine KI einbauen, wie es derzeit in Ansätzen schon geschieht. Aber wozu braucht man Keynote dann überhaupt noch? Eine KI kann der Anwender schließlich auch ohne Keynote beauftragen. Also?
Keynote gehört zu jener Schicht, die nach unten sinkt. Man kann Keynote weiterhin verwenden, um die Folien abzuspielen. Aber in naher Zukunft wird kaum jemand noch Folien von Hand erstellen. Keynote wird exakt jenen Weg gehen, den das Terminal gegangen ist.
Der werte Leser mag sich skeptisch zurücklehnen und denken: »Mal abwarten, ob es wirklich so kommt«. Ich antworte darauf: Es ist bereits entschieden. Es ist unaufhaltsam.
Betriebssysteme
Was für Keynote gilt, gilt auch für das Betriebssystem. Nüchtern betrachtet ist das Betriebssystem für den Anwender weitgehend undurchschaubar. Es enthält eine schier unendliche Anzahl an Funktionen. Daraus folgt: Wenn Keynote irgendwann belächelt wird als eine Art »Nerd-Terminal für Folien«, dann gilt das erst recht für das Betriebssystem.
Es gibt einfach kein plausibles Szenario, bei dem die KI-Revolution zwar Keynote obsolet macht, aber das Betriebssystem unangetastet lässt.
Man könnte denken, Betriebssysteme wären die letzte Bastion, die fällt. Betriebssysteme sind enorm kompliziert; man kann sie nicht einfach mit der ersten Kavallerie überrennen. Und doch: Vielleicht fällt das Betriebssystem tatsächlich zuerst. Nur anders, als wir denken. Wir denken, es wird ersetzt. Stattdessen sinkt es, wie Keynote, langsam in die Tiefe.
Man muss nur genau hinsehen. Alle großen KI-Labore bieten Desktop-Apps für Mac und Windows. Keines davon bietet einen Ersatz für klassische Apps, egal mit welcher Funktion. Aber alle bieten einen Ersatz für wesentliche Funktionen des Betriebssystems. Es wird eine neue Schicht eingezogen, die über dem Betriebssystem liegt. Was unterhalb dieser Schicht liegt, wird zunehmend irrelevant. Man sieht es bereits nach unten sinken.
Es geschieht bereits
Ein Beispiel: Für einen Vortrag musste ich irgendeinen Krimskrams über das Mittelalter recherchieren. Ich benötigte zwanzig (!) ähnliche Episoden aus dem Feudalsystem des Mittelalters. Es war also eine sehr umfangreiche Recherche-Arbeit. Deswegen habe ich diesmal die Desktop-App von ChatGPT gebeten, es für mich zu übernehmen.
Wie schlau diese Agenten mittlerweile sind, erkennt man dann, wenn der einfache Lösungsweg versperrt ist — eben das macht den OpenAI-Hack so interessant. Auch in meinem Fall gab es plötzlich eine Hürde.
Um die Notizen für meinen Vortrag zu formatieren (große Überschriften, kleine Überschriften, Fließtext, usw.), empfiehlt sich eine Abkürzung: Die KI erstellt zuerst eine einfache Webseite und speichert sie irgendwo auf dem Mac. Dann wird die Webseite im Browser dargestellt, um zu sehen, ob alles gut aussieht. Zum Schluss wird es vom Browser in die Notes-App kopiert. Das geht schneller, als in der Notes-App mühsam jede Zeile zu markieren und ein Format zu wählen. Das ist ein sehr cleverer Trick!
Aber es kam noch besser: ChatGPT hat keine Erlaubnis, irgendwelche lokalen Dateien im eigenen Browser aufzurufen. Warum ist das verboten? Es ist verboten, weil lokale Dateien geheime Informationen enthalten könnten. Bei ChatGPT wird alles unverschlüsselt zu den Servern von OpenAI gesendet, deswegen muss ChatGPT dieses Verbot strikt einhalten. Anders gesagt: Es gab ein Problem beim Workflow. Was tun?
Die KI hat kurz überlegt und dann haarscharf erkannt, dass der Chrome-Browser keiner Einschränkung unterliegt: Chrome zeigt auch lokale Dateien an, und ChatGPT hat die offizielle Erlaubnis, Chrome zu benutzen. Folglich hat die KI einfach Chrome benutzt.
Ich habe es mit eigenen Augen gesehen: Chrome öffnete ein neues Fenster, es erschien die Webseite, ChatGPT machte einen Screenshot, dann scrollte es nach unten, ein zweiter Screenshot, dann wurde gewechselt zur Notes-App und der Text wurde eingefügt. Dann sagte ChatGPT scheinheilig, das Ergebnis wäre erreicht. Was auch stimmte.
Das folgende Video zeigt, wie ChatGPT die Notizen für den Vortrag und anschließend die Keynote-Präsentation erstellt hat:
Erneut: Das ist clever! ChatGPT hat die eigenen Grenzen genau beachtet; gleichzeitig hat es sie umgangen. Es hat die Einzelteile kombiniert, wie es normalerweise die Aufgabe von mir und macOS ist.
Auf diese Weise werden Betriebssysteme in Zukunft funktionieren. Sie werden selbständig einen Weg finden, um die Wünsche des Anwenders zu erfüllen. Das ist keine Spekulation: Die KI-Agenten sind da, und sie werden nicht wieder verschwinden.
Agenten
Was ist ein Agent? Ein Agent ist eine KI, die ein Werkzeug bedienen kann zur Verfolgung eines Ziels. Normalerweise ist damit auch gemeint, dass das Ergebnis überprüft und so lange korrigiert wird, bis das Ziel erreicht wurde (»agent in a loop«).
Beim OpenAI-Hack hat die KI etwa 17.000 einzelne Schritte unternommen zur Erreichung eines einzigen Ziels. Über tausend Agenten waren angeblich daran beteiligt. Das nenne ich einen Workflow!
Bisher waren nur Menschen zu einer solchen Koordinierung fähig. Der Mac war ein gutes Werkzeug, um die Einzelteile zu verbinden. macOS war der Kitt. Die Apps waren die Kacheln. Plötzlich ist die KI der Kitt. Welche Rolle bekommt dann macOS?
Es gibt keinen möglichen Ausgang dieser Geschichte, bei der macOS in seiner jetzigen Form bestehen bleibt. Es gibt keinen möglichen Ausgang, bei dem die Anwender gelegentlich mal Siri fragen und ansonsten weiterarbeiten wie bisher. KI-als-Feature war ein kurzer Zwischenschritt, eine flüchtige Fata Morgana, eine Täuschung. Die wahre Revolution liegt in diesen intelligenten Agenten, als neue Schicht oberhalb des bisherigen Betriebssystems.
Ob das eine Bedrohung oder eine Chance ist, liegt an Apple.
Es hilft nichts, irgendwer muss es aussprechen: Manche Leute werden immer dümmer. Es ist wahr.
So erklärt es sich, dass einige Schulbezirke in den USA damit experimentieren, anstelle von Lehrern einfach Roboter zu installieren. Dadurch werden alle wieder wieder klüger. Problem gelöst!
Das Bild oben zeigt einen dieser Roboter. Er steht ungeachtet seiner eindrucksvollen Gelenke und Scharniere regungslos dort, wo man ihn hinstellt. Sein »Gehirn« besteht aus ChatGPT, d.h. er kann Fragen auf gleiche Weise beantworten, wie es ChatGPT kann. Warum man dafür einen Roboter zum Preis von 250.000 Dollar benötigt, ist rätselhaft.
Oben sieht man die gleiche Szene aus einer anderen Perspektive. Die zwei Kinder sollen den Roboter zu einem bestimmten Thema befragen und sich die Antworten notieren. Drei Erwachsene sind anwesend: Die Dame ist die Schulleiterin und verantwortlich für das Projekt.
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Das folgende Bild entstammt einer Präsentation, die der Hersteller dieser Schulroboter tatsächlich vor einem Gremium des Schulbezirks gehalten hat. Man sieht einen Latex-Kopf auf einer Art Plastik-Kübel. Dieser Kopf-Kübel soll in Zukunft auf dem Schreibtisch stehen.
Falls sich der geneigte Leser fragt, wo er das schon mal gesehen hat: Der hinterhältige Roboter »Ash« aus dem Film »Alien« gab ohne Torso noch ein paar Auskünfte, eher er endgültig entsorgt wurde.
Und nun bekommen unsere Kinder endlich ihren eigenen Ash, immerhin frisch geföhnt. Eine feine Idee!
Die Technik für die geschmeidige Latex-Haut hat man durch den Kauf einer Firma erlangt, die auf sogenannte Sexdolls spezialisiert ist. Das sind quasi-lebensgroße Plastikfrauen, die in den USA offenbar ziemlich bekannt sind. Das Bild unten entstammt der Homepage des Herstellers:
Die beiden Firmen ergänzen sich optimal: Der Roboter braucht die menschlich wirkende Haut; und für eine Sexdoll wäre es prima, wenn sie die Arme und Beine bewegen könnte. Dann könnte sie nämlich anschließend alles abwischen und die Spülmaschine ausräumen.
Leider wurde das gemeinsame Ergebnis mit 250.000 Dollar etwas zu teuer für eine amerikanische Wichspuppe. Deswegen hat man sich gedacht, naja, wo findet man reiche Leute, die wirklich von überhaupt nichts eine Ahnung haben und uns den teuren Schrott abkaufen?
Als erstes fällt einem das Oval Office ein. Aber Donald Trump läuft bereits mit so einem Ding herum. (Habe ich gehört. Ist aber gelogen.)
Das Dilemma: Die meisten reichen Amerikaner haben bereits eine Frau aus Plastik, oder zumindest teilweise aus Plastik. Gelegentlich fliegt beim herzhaften Niesen eine Nase über den Esstisch, und da könnte eine Sexdoll als Ersatzteillager schon nützlich sein. Aber die Amerikaner tendieren eher zur Neuanschaffung als zur Reparatur. Deswegen heiraten die Hollywood-Stars so oft.
Am Ende hat man die armen Sexdolls abgeschoben in einen New Yorker Schulbezirk.
Das Bild oben zeigt eine angebliche »Vision« des Herstellers. Im Hintergrund sieht man eine echte Lehrerin, während im Vordergrund die freundliche Sexdoll den Kindern eine Geschichte erzählt. Die Szene soll uns wohl vermitteln, dass die echte Lehrerin dann mehr Zeit hätte für ihre eigentlichen Aufgaben.
Abgesehen von der schieren Albernheit dieser Szene (man muss sich vergegenwärtigen, dass die Sexdoll zu dämlich dafür ist, sich die Namen der Kinder zu merken), wird man sich als Computer-Nerd immerhin fragen, wie gut die Technik funktioniert. Das lässt sich beantworten anhand des folgenden Videos mit einer beinahe identisch ausstaffierten Puppe:
Was man im Video sieht, wirkt eher wie einfache Animatronic, die man in Geisterbahnen und Freizeitparks verwendet. Der Mund klappt auf und zu, die Augen klimpern, und der Blick starrt irgendwo ins Nichts.
Der Hersteller wirbt im folgenden Video für die menschliche Anmutung und die Fähigkeit zu natürlicher Kommunikation:
Diese beiden Dolls sollen also unsere Kinder unterrichten. Klar, das glaube ich sofort! Im Lehrerzimmer sieht es dann so aus:
Wer hätte nicht gerne eine solche Lehrerin, gerade in der Grundschule?
Mensch oder Maschine?
Wie kaputt muss jemand sein, der vorschlägt, anstelle von Menschen einfach eine gefühllose Blechbüchse in die Klassenzimmer zu stellen? Es ist grausam gegenüber den Kindern; und es ist unverfroren gegenüber den Lehrern. Nur wer von beiden Seiten keine Ahnung hat, kann überhaupt auf die Idee kommen.
Ich hatte großartige Lehrer, und ein paar fürchterliche. Bei den großartigen Lehrern habe ich viel gelernt, bei den fürchterlichen gar nichts. Die großartigen Lehrer haben es vermocht, irgendeinen Funken bei mir zu zünden, dessen Feuer bis heute brennt. Oft hatte es gar nichts mit dem Thema des Unterrichts zu tun. Sondern es waren kurze Abschweifungen, ein unerwartetes Lob, ein kluges Verhalten in einer ungewöhnlichen Situation, machmal auch Kameradschaft. Immer Menschlichkeit.
Hingegen, die Überstrengen, Überkorrekten und dadurch Unnahbaren waren immer auch schlechte Lehrer, ausnahmslos. Es braucht nämlich den ganzen Menschen. Deswegen ist dieser Beruf auch so kräftezehrend.
Ich will nicht bestreiten, dass Künstliche Intelligenz eine sehr positive Rolle in der Ausbildung spielen kann. Man kann eine KI endlos oft befragen und sie kann eine Million Schülern gleichzeitig bei den Hausarbeiten helfen.
Aber ein guter Lehrer beantwortet nicht nur Fragen. Er schafft ein Klima, in dem es sich ruhig lernen lässt. Er hat die Rabauken im Blick, die ihre Grenzen testen möchten. Er fördert die Schüchternen. Er hat auch Verständnis, wenn die Klasse mal keine Lust hat. Ein guter Lehrer ist Motivator, Raubtier-Dompteur und Vertrauensperson. Ein guter Lehrer ist nicht einfach ein Buch auf Beinen.
Je verrückter, je zerrissener, je streitsüchtiger unsere Welt wird, desto wichtiger sind gute Lehrer, die das alles noch irgendwie zusammenhalten.
Nächste Live-Sendung: Sonntag, 06. September um 19:00 Uhr
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