Das iPhone 18 Pro und Pro Max brauchen für ihr höchstes Ladetempo ein Netzteil mit AVS. Diese Technik stimmt die Spannung genauer auf das Gerät ab. Das kann Energieverluste und Abwärme senken.
Das iPhone 18 Pro Max erreichte im Test von Xiaobai’s Tech Reviews nach 55 Minuten die 100-Prozent-Anzeige. Beim Vorgänger dauerte es 81 Minuten. Über diesen Vergleich haben wir bereits berichtet. Für beide neuen Pro-Modelle nennt Apple zudem bis zu 50 Prozent Akkuladung in rund 15 Minuten.
Voraussetzung dafür ist ein Netzteil mit mindestens 60 Watt und Unterstützung für AVS. Doch was steckt hinter dieser Technik, und warum reicht eine hohe Wattzahl allein nicht aus?
Weniger Verluste beim Laden
AVS steht für „Adjustable Voltage Supply“, also eine einstellbare Spannungsversorgung. Die Funktion gehört zu USB Power Delivery, dem Ladestandard für viele USB-C-Geräte.
Bei festen Ladeprofilen wählt das Gerät beispielsweise zwischen 5, 9, 15 oder 20 Volt. AVS erlaubt eine genauere Abstimmung auf den Bedarf der Ladeelektronik. Dadurch können bei der Umwandlung im Gerät weniger Verluste und damit weniger Wärme entstehen. Diesen Vorteil beschreibt der Halbleiterhersteller Renesas für die variable Spannungsversorgung.
Weniger Abwärme schafft bessere Bedingungen für schnelles Laden. Die Elektronik muss weiterhin auf Temperatur und Akkustand reagieren. Auch mit AVS sinkt die Leistung gegen Ende des Ladevorgangs. Die Technik garantiert daher keine dauerhaft maximale Ladegeschwindigkeit.
Der Ladetest zeigt den Fortschritt des gesamten iPhones. Welchen Anteil AVS allein an der kürzeren Ladezeit hat, lässt sich daraus nicht bestimmen.
Die Spannung folgt dem Bedarf
Das Aushandeln der Stromversorgung ist bei USB Power Delivery nichts Neues. AVS erweitert die Auswahl jedoch um fein abgestufte Spannungen. Das Gerät fordert sie innerhalb des Bereichs an, den das Netzteil unterstützt.
Die Schrittweite beträgt 100 Millivolt, also 0,1 Volt. Statt nur zwischen festen Profilen zu wählen, kann das Gerät so passende Zwischenwerte nutzen.
AVS wurde mit USB PD 3.1 für den erweiterten Leistungsbereich eingeführt, kurz EPR. Dieser ermöglicht bis zu 240 Watt bei 48 Volt. Die variable Spannung beginnt dort bei 15 Volt. Das eignet sich etwa für leistungsstarke Notebooks.
Mit USB PD 3.2 kommt AVS auch im normalen Leistungsbereich ab 9 Volt zum Einsatz. Die Technik ist somit nicht auf große Geräte beschränkt. Ebenso liefert nicht jedes AVS-Netzteil automatisch bis zu 48 Volt oder 240 Watt.
Wie sich AVS von PPS unterscheidet
Auch PPS, ausgeschrieben „Programmable Power Supply“, ermöglicht variable Spannungen. Es arbeitet mit feineren Schritten von 20 Millivolt und unterstützt einen geregelten Konstantstrombetrieb im Netzteil. AVS verlangt diesen Betriebsmodus nicht. Das kann laut Renesas die Hardware vereinfachen und Kosten senken.
Beim Netzteil für das iPhone 18 Pro zählt deshalb neben der Leistung ausdrücklich die AVS-Unterstützung. Eine hohe Wattzahl oder PPS allein genügt als Nachweis nicht. Apples 40W Dynamic Power Adapter mit bis zu 60 Watt unterstützt diese Technik.
Quellen:
Mac-TV – iPhone 18 Pro Max lädt im Test deutlich schneller
Apple – Technische Daten des iPhone 18 Pro
Xiaobai's Tech Reviews – Ladetest
Apple – 40W Dynamic Power Adapter mit 60W Max
Renesas – USB Power Delivery: Convenience and Safety
Infineon und Arrow – 240 W USB PD reference design solutions