Treffen sich drei Schurken
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Als vor einigen Jahren die Bezahlung per Smartphone und per Smartwatch populär wurde, wollte WalMart die Chance nutzen und führte dafür einen eigenen Dienst ein, der nur mit der WalMart-App funktionierte. Die Gründe dafür schienen einleuchtend: Erstens wollte WalMart nicht die Gebühren zahlen, die Apple und andere dafür erhoben, und die zusätzlich zu den Gebühren der Banken anfielen. In den USA wird vor allem mit Kreditkarten bezahlt, mit durchaus erheblichen Gebühren.
Zweitens sah man die Chance, die Kunden durch Rabatte und Aktionen an sich zu binden. Die Intelligenz dazu erforderte eine App. In den USA sind solche Rabatte sehr wichtig.
Drittens: Man konnte den Kunden über das Smartphone dauernd irgendwelche Sonderangebote unter die Nase halten, ohne erst abzuwarten, wann diese wieder in den Laden kommen. Heute ist es selbstverständlich, dass man z.B. von Amazon laufend irgendwelche Empfehlungen per Push-Notification oder per Mail bekommt (oft auch dann, wenn man es ausdrücklich nicht wünscht). Aber damals gehörte es zur großen Aufbruchstimmung der großen Retail-Konzerne.
In Deutschland wurden solche Apps ebenfalls üblich. Bestimmte Rabatte bekommt man bis heute nur dann, wenn man mit der Penny-App oder mit der Lidl-App bezahlt. Auch hier war die Bezahlung per Smartphone eine Weile darauf beschränkt. Man hinterlegte eine Bankverbindung in der App, darüber wurde abgebucht.
Apple
Apple wollte bei der Raserei um die Retail-Kohle nicht untätig bleiben und behauptete, aus Sicherheitsgründen dürfe niemand mit dem iPhone drahtlos bezahlen, außer mit Apple Pay. Doch die technische Architektur, die Apple dafür aufgebaut hat, gibt keinerlei Hinweis auf eine solche Lücke. (Basti hat die Technik einmal in einer unserer Sendungen erläutert.)
Apples Behauptung ist also bis heute dubios. Es erforderte große Anstrengungen seitens der EU und der europäischen Banken, um Apples eisernen Griff zu lockern. Seitdem kann man auch per EC-Karte oder mit vielen weiteren Karten bezahlen. Es ist wohl nicht weit hergeholt, wenn man diese Episode als schurkisch bezeichnet.
Immerhin hat aber Apple Pay verhindert, dass jedes Eis am Stiel seinem Käufer zugeordnet werden kann. Die Banken sahen sich schon in einer neuen Rolle als Daten-Broker. Ebenfalls schurkisch.
Wer hat nun gewonnen?
Alle haben gewonnen. WalMart, Apple und die Banken profitieren alle vom bargeldlosen Bezahlen.
Die Kunden haben immerhin die Wahl. Weder WalMart, noch Apple, noch die Banken hatten das ursprünglich im Sinn.
Apple Pay funktioniert sehr gut. Sicherlich besser als alles, was ich von meiner Bank und meiner Kreditkarte gewohnt bin. Es ist einfach, schnell und zuverlässig. Ich bezahle eigentlich alles mit meiner Apple Watch. Wenn ich da in die Zeiten denke, als die Kassiererin immer wieder den Magnetstreifen durch das Lesegerät gezogen hat… abgelehnt… nochmal versuchen… Fehler… haben Sie noch eine andere Karte… komisch, sonst geht es… — Das war früher normal, jedenfalls im Hornbach Baumarkt, Hanauer Landstraße 477, Frankfurt. Ich habe Zeugen.
Es ist immer wieder erstaunlich, wie beharrlich Apple seine Ziele verfolgt.
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