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US-App-Store: Provisionserlöse geraten unter Druck


Neue Marktdaten deuten darauf hin, dass Apples Provisionserlöse im US-App-Store seit Jahresbeginn deutlich gesunken sind: Appfigures beziffert den Rückgang auf 18 Prozent. Zugleich räumt Apple in regulatorischen Unterlagen ein, bei Käufen über alternative Bezahlsysteme möglicherweise gar keine Provision mehr zu erhalten.

Die Entwicklung fällt in eine Phase, in der externe Zahlungswege in mehreren Ländern durch gerichtliche Entscheidungen und neue Regeln an Bedeutung gewinnen. In den USA müssen Entwickler Nutzer auf Bezahlmöglichkeiten außerhalb des App Stores hinweisen dürfen. Apple erhebt für solche Verweise seit April 2025 keine Gebühren.

Apple hatte für externe Käufe zunächst eine Gebühr von 27 Prozent vorgesehen. Das zuständige Gericht beanstandete diese Umsetzung. Apple hat daraufhin einen neuen Vorschlag eingereicht: Für reguläre Apps sollen bis zu 15 Prozent Provision anfallen. Für ausgewählte Partnerprogramme sowie Verlängerungen von Abonnements sieht Apple zehn Prozent vor. Apps im Small Business Program sollen mit fünf Prozent belastet werden.

Apple begründet eine Provision bei externen Zahlungen unter anderem mit den Leistungen rund um die Entwicklung und Verteilung von Apps. Ob das Gericht die vorgeschlagene Struktur akzeptiert, steht noch nicht fest.

Die von Analysefirmen ermittelten Werte sind keine von Apple veröffentlichten Einzelzahlen. Sensor Tower führt den schwächeren US-Verlauf maßgeblich auf die gerichtlichen Vorgaben zu externen Zahlungswegen zurück. Appfigures meldet zudem sinkende App-Store-Erlöse in Brasilien und Japan, nachdem dort neue Vorgaben eingeführt wurden. Die Angaben lassen keine eindeutige Zuordnung sämtlicher Ursachen zu, weisen aber in dieselbe Richtung.

Apple hatte bereits bei der Vorlage der jüngsten Quartalszahlen erklärt, regulatorische Veränderungen wirkten sich auf das Wachstum des Dienstleistungsgeschäfts aus. Im Juni-Quartal erzielte Apple mit Diensten 30,7 Milliarden US-Dollar Umsatz. Das war ein Rekordwert für dieses Quartal, lag aber unter den von Analysten erwarteten 31,4 Milliarden Dollar. Zu den Diensten zählen neben dem App Store auch Abonnements, Werbung, Zahlungsangebote und weitere Produkte.

Parallel ist der Streit mit Epic Games weiter offen. Apple hat Richterin Yvonne Gonzalez Rogers gebeten, die Parteien zu einer Vergleichskonferenz zu verpflichten. Nach Apples Darstellung könnten vertrauliche Gespräche eine praktikable Einigung erleichtern und weitere langwierige Verfahrensschritte vermeiden.

Epic widerspricht dem Antrag. Das Unternehmen erklärt in einer Gerichtsstellungnahme, es sei weiterhin bereit, einen ernsthaften direkten Vergleichsvorschlag von Apple zu prüfen. Eine Einigung müsse aber Wettbewerb schaffen und allen Entwicklern zugutekommen. Eine gerichtlich angeordnete Vergleichskonferenz werde die Aussichten auf eine Lösung derzeit nicht wesentlich verbessern, so Epic. Falls das Gericht Gespräche dennoch anordnet, will Epic daran nach eigenen Angaben konstruktiv teilnehmen.

Die Entscheidung über eine Vergleichskonferenz liegt beim Gericht. Inhaltlich bleibt damit die zentrale Frage bestehen, ob und in welchem Umfang Apple bei extern abgewickelten digitalen Käufen in den USA noch Provisionen verlangen darf.

Quelle:
US District Court for the Northern District of California – Stellungnahme von Epic Games zu Vergleichsgesprächen