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ChatGPT für Mac erhält optionale Computer History


OpenAI führt für ChatGPT und Codex auf dem Mac die optionale Funktion Computer History ein: Sie erstellt aus Aktivitäten in auswählbaren Apps und Websites eine löschbare Zeitleiste als Kontext für die KI – ohne Screenshots, Audio oder private Browsing-Sitzungen zu erfassen.

Die Funktion ist standardmäßig deaktiviert. Pro-Abonnenten können sie in der macOS-App selbst einschalten. In Business- und Enterprise-Arbeitsbereichen müssen Administratoren den Zugriff zunächst freigeben. Zum Start ist Computer History nicht im Europäischen Wirtschaftsraum, in der Schweiz und im Vereinigten Königreich verfügbar.

Nutzer wählen aus, welche Apps und Websites berücksichtigt werden. Die Erfassung lässt sich pausieren. In den Einstellungen können sie die Zeitleiste einsehen, einzelne Einträge löschen oder den Verlauf der vergangenen zehn Minuten, der letzten Stunde, des Tages oder vollständig entfernen.

OpenAI ersetzt damit die frühere Forschungsvorschau Chronicle. Chronicle arbeitete mit Screenshots. Computer History erfasst laut OpenAI stattdessen Interaktionsereignisse, etwa App-Wechsel, Klicks, Eingaben und Tastaturkurzbefehle. Screenshots, Bildschirmaufzeichnungen, Mikrofoneingaben und Systemaudio sollen nicht aufgenommen werden. Private Browsing-Sitzungen bleiben ebenfalls außen vor.

Aus den Ereignissen entstehen Text-Erinnerungen und eine durchsuchbare Zeitleiste. Sie sollen ChatGPT und Codex etwa dabei helfen, den Stand eines unterbrochenen Projekts zu erfassen, kürzlich geöffnete Dokumente wiederzufinden oder die Arbeit eines Tages zusammenzufassen. OpenAI sieht zudem einen möglichen Einsatz darin, wiederkehrende Abläufe zu erkennen und daraus Fähigkeiten oder Automatisierungen vorzuschlagen.

Die erfassten Ereignisse werden laut OpenAI bis zu 48 Stunden auf dem Mac zwischengespeichert. Sie werden auf OpenAI-Servern verarbeitet, um die Erinnerungen zu erzeugen. OpenAI erklärt, die Ereignisse danach nicht aufzubewahren und nicht zum Training zu verwenden. Die erzeugten Textdateien bleiben lokal gespeichert, bis Nutzer sie löschen. Sie lassen sich auch im Finder einzeln öffnen.

Trotz der Schutzoptionen weist OpenAI auf Risiken hin. Inhalte aus Apps oder Websites könnten gezielt Anweisungen enthalten, die eine KI bei der Verarbeitung beeinflussen sollen. Das erhöht laut OpenAI das Risiko von Prompt-Injection-Angriffen. Das Unternehmen empfiehlt deshalb, sensible Apps auszuschließen. Während Gesprächen mit anderen Personen soll die Erfassung pausiert werden, sofern deren ausdrückliche Zustimmung nicht vorliegt.

Die Funktion erweitert den Kontext, auf den ChatGPT und Codex bei Anfragen zurückgreifen können, deutlich. Zugleich verlangt sie eine bewusste Auswahl der einbezogenen Programme und Websites. Besonders bei beruflichen Daten oder privaten Kommunikationstools dürfte diese Abwägung entscheidend sein.