Apple reagiert auf knappen und teuren Speicher
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Apple soll wegen knapper und deutlich teurerer Speicherchips seine Hardware-Auslieferungen 2026 vorsichtiger planen und OLED-Panels länger auf Vorrat halten.
Nach Angaben des Analysten Ming-Chi Kuo passt Apple deshalb die Hardware-Planung für 2026 an. Apple soll weniger Geräte ausliefern als zunächst vorgesehen. Kuo widerspricht zugleich dem Bericht, TSMC habe Prozessoren im Wert von einer Milliarde Dollar auf Halde, weil Apple keine Speicherchips beschaffen könne. Apple plane die Prozessorfertigung demnach mindestens drei Monate im Voraus anhand der erwarteten Speicherverfügbarkeit. Ein großer Bestand unvollendeter Chips bei TSMC sei daher nicht plausibel.
Als Grund für die Knappheit gilt vor allem die hohe Nachfrage von KI-Rechenzentren. Speicherhersteller sollen diese Kunden bevorzugen, weil ihre Verträge profitabler sind. Damit bleibt weniger Kapazität für Speicherchips in Smartphones, Macs und anderen Geräten.
Apple soll die Folgen bereits bei Mac Studio, Mac mini und MacBook Air spüren. Berichten zufolge erhöhte Apple im Juni die Preise bei Macs und iPads. Auch bei künftigen iPhones sind höhere Preise möglich, aber nicht bestätigt.
TrendForce schätzt, dass die Komponenten eines iPhone 18 Pro mit 256 GB Speicher rund 38 Prozent mehr kosten könnten als beim entsprechenden iPhone-17-Pro-Modell. Besonders stark sei der Anteil des Speichers gestiegen. Nach dieser Prognose könnte Speicher im ersten Halbjahr 2027 mehr als 40 Prozent der gesamten Komponentenrechnung eines iPhone Pro ausmachen. Apple könnte nach Einschätzung von TrendForce einen Teil der Mehrkosten über geringere Margen abfedern, um die Nachfrage nicht durch zu hohe Preissprünge zu belasten.
Auch eine Beschaffung bei chinesischen Herstellern scheint laut weiteren Berichten keine kurzfristige Lösung zu sein. Apple soll den Kauf von Speicher bei CXMT und YMTC geprüft haben. Für CXMT wird jedoch berichtet, dass die Produktion für dieses Jahr weitgehend ausgelastet sei. Zudem forderten US-Abgeordnete offenbar, CXMT auf eine Handelsbeschränkungsliste zu setzen. Ein Verbot besteht nach den vorliegenden Berichten derzeit nicht, die politische und regulatorische Unsicherheit wäre für Apple aber erheblich.
Die längere Reserve bei OLED-Panels löst den Speichermangel nicht. Sie zeigt jedoch, dass Apple seine sonst sehr schlanke Lagerhaltung offenbar an eine unberechenbarere Beschaffungslage anpasst. Ob dies ausreicht, um Liefermengen und Preise bei den kommenden iPhones zu stabilisieren, wird sich erst mit den tatsächlichen Produktankündigungen und der Verfügbarkeit zeigen.
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