13.01.2026
Oft sind es die Kleinigkeiten, die den Mac stets so freundlich und hilfsbereit gemacht haben. Es ist einer der Gründe, warum die Mac-Fans den Mac auch in der Windows-Ära geliebt haben und es noch heute tun.
Eben hatte ich spontan den Einfall, eine zusätzliche Backup-Festplatte anzuschließen. Ich verwende normalerweise zwei Festplatten, die sich stündlich mit Backups abwechseln. Wenn ich die »Time Machine« anwerfe, sehe ich beide Backups kombiniert, sodass es für mich aussieht, als wäre es nur ein einziges. (Welche irre Software ich für diesen Trick verwende? Keine, es ist alles eingebaut in macOS.) Aber das ist gar nicht die Geschichte, die ich kurz erzählen will.
Eine der beiden Festplatten hatte ich neulich abgestöpselt, weil ich ein anderes Gerät an diesem USB-Port benötigte.
Die abgestöpselte Festplatte war nun mit den Backups ein paar Wochen hintendran. Es plagte mich das schlechte Gewissen. Und da dachte ich, naja, man kann mal zwischendrin »auftanken«.
Wenn man eine Festplatte anschließt, prüft macOS automatisch, ob diese Festplatte als Backup verwendet wird. Wenn das der Fall ist, startet umgehend das nächste Backup. Man muss nichts bestätigen, keinen Button klicken, keine Meldung lesen. Man schließt die Platte an: sofort geht es los. Das System erkennt, wo das letzte Backup aufgehört hat und sammelt die Dateien, die sich seitdem geändert haben. Wer unbedingt möchte, kann über ein kleines Menü in der Menüleiste den Fortschritt verfolgen; aber das ist nicht nötig.
Es funktioniert im Prinzip so, wie Steve Jobs es damals der staunenden Öffentlichkeit beim ersten iPod vorgeführt hat: Man stöpselt den iPod am Mac ein, und schon synchronisiert er sich automatisch. Man hätte eine große Meldung anzeigen können: »Ho, ho! Hier ist Dein toller iPod! Klicke auf OK!«. Aber Steve Jobs entschied sich dafür, nichts anzuzeigen — obwohl das eine sehr erstaunliche Funktion war. Sein Motto: Je einfacher, desto besser.
Wenn man bedenkt, wie komplex es heute ist, ein gutes Backup zu erzeugen, d.h. wie viele Komponenten dafür ineinander greifen müssen, dann ist es einfach großartig, dass es für den Anwender immer noch so einfach ist wie damals beim iPod. Ein paar sehr fleißige und freundliche Entwickler haben dafür gearbeitet, dass es so einfach aussieht. Sie bekommen vermutlich wenig Applaus dafür. Dabei sind es diese Momente, die dem Anwender ein Lächeln ins Gesicht zaubern.
Es ist kein Zufall, dass das Logo für den Mac ein lächelndes Gesicht ist.
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